Vergleichende deutsch-französische Forschungen zu Drogenkonsum, Drogenhandel und der Ökonomie der Droge unter prohibitiven BedingungenIm Rahmen des LEA beschäftigt sich ein Programmteil mit vergleichender deutsch-französischer Forschung zu "Drogenkonsum, Drogenhandel und Ökonomie der Droge unter prohibitiven Bedingungen". Beteiligt an der wissenschaftlichen Zusammenarbeit sind einerseits das Centre de Recherches Sociologiques sur le Droit et les Institutions Pénales (CESDIP), das Institut Fédératif de Recherche sur les Economies et les Societés Industrielles (IFRESI) und andererseits das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht (MPI). |
| Projektkategorie: | Forschungsprojekt |
| Organisatorischer Status: | Forschungsgruppenprojekt |
| Projektlaufzeit: | Projektbeginn: 1998 Projektende: 2002 |
| Projektstatus: | abgeschlossen |
Leiter(in):
- Frankreich: Marie-Danielle Barre (CESDIP - Centre de Recherches Sociologiques sur le Droit et les Institutions Pénales, Paris); Dominique Duprez, Michel Kokoreff, Stephanie Pryen (IFRESI - Institut Fédératif de Recherche sur les Économies et les Sociétés Industrielles, Lille); Deutschland: Axel Groenemeyer (Universität Bielefeld); Hans-Jörg Albrecht (MPI Freiburg)
- Ansprechpartner: Hans-Jörg Albrecht [Email]
In der Rangskala sozialer Probleme in Deutschland und Frankreich hat - wie übrigens auch in den anderen europäischen Ländern - der Konsum von und Handel mit illegalen Drogen einen herausgehobenen Platz inne. Angesichts der Komplexität des Drogenproblems haben die Staaten eine recht vielschichtige Drogenpolitik implementiert, die sowohl repressive als auch gesundheitspolitische und sozialpolitische Elemente beinhaltet. Die Bedeutung und Wirkung der Strategien im Umgang mit dem Drogenproblem wird lebhaft und kontrovers diskutiert. Der internationale Charakter des Drogenproblems ist dazu angetan, Fragen der Konvergenz in der Drogenpolitik und Fragen der Kooperation in den Mittelpunkt der Forschungen zu stellen.
Im Hinblick auf das vorhandene breite Spektrum von bereits abgeschlossener und laufender Forschung der beteiligten Institute geht es zunächst darum, die theoretischen Konzepte und empirischen Befunde zusammenzufassen, um hieraus ein vergleichendes Forschungsprogramm entwickeln zu können, das sich entlang der folgenden vier Linien entfalten wird:
- Zusammenhänge zwischen Drogenkonsum, Beschaffungskriminalität und ihre Konsequenzen im Strafprozess
- Karrieren im Drogenhandel
- Interdependenzen zwischen Drogenhandel und Kriminalität (insbesondere Hehlerei), Korrelate des Drogenhandels in großstädtischen Räumen bzw. Vorstädten und in bestimmten professionellen Milieus, Perspektiven der Entstehung eines Drogenmilieus
- Vergleich der Praxis von Polizei und Zoll sowie derjenigen anderer Akteure der Strafjustiz, insbesondere Anpassungen der Kriminalpolitik an ökonomische Zusammenhänge und lokale soziale Räume.
Im Berichtszeitraum fanden mehrere Treffen der Arbeitsgruppe statt. Dabei wurden Texte diskutiert, die deutsche und französische Forschungen zu den mit dem Projekt berabeiteten Fragestellungen zusammenfassen, auswerten und die Grundlage für eine in deutscher und französischer Sprache erscheinenden Publikation werden. Die Arbeiten an diesen Manuskripten wurden bis Ende 2001 abgeschlossen; die Übersetzung der deutschen Texte in die französische Sprache ist ebenfalls erfolgt.
Publikationen (Auswahl):
- Duprez, Dominique / Kokoreff, Michel: Les mondes de la drogue. Paris, éditions Odile Jacob, 393 S., 2000.