Die Implementation der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen in ChinaIn dem Anfang 2006 begonnenen und unter Beteiligung des Great Britain China Centre (London), des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht und des Menschenrechtszentrums der Universität Essex durchgeführten sowie von der Europäischen Kommission finanzierten Projekt ist auf chinesischer Seite die Renmin University (Beijing, Research Center of Procedural System and Judicial Reform) eingebunden. Es ist auf drei Jahre angelegt. |
| Projektkategorie: | Forschungsprojekt |
| Organisatorischer Status: | Forschungsgruppenprojekt |
| Projektlaufzeit: | Projektbeginn: Anfang/early 2006 Projektende: 2009 |
| Projektstatus: | abgeschlossen |
| Projektsprache(n): | Englisch |
Leiter(in):
- Hans-Jörg Albrecht [Email]
- Shenghui Qi [Email]
- Katie Lee
[Email]
Great Britain China Centre -
Sir Nigel Rodley
[Email]
Human Rights Centre, University of Essex (UK) - Weidong Chen
[Email]
Research Center of Procedural System and Judicial Reform, Renmin University (Beijing)
Ziel des Projektes ist es, die Anwendung von Folter sowie unmenschlicher und entwürdigender Behandlung durch und in Einrichtungen der Strafverfolgung auf der Grundlage interdependenter Komponenten der Forschung, der Aus- und Fortbildung, der Gesetzesreform und externer (aus der Zivilgesellschaft entwickelter) Kontrollorgane in der Volksrepublik China zu reduzieren. Besondere Beachtung finden dabei die Implementation der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen sowie das hierzu vorliegende Optionale Zusatzprotokoll. Schwerpunkte der Forschung und der Aus- und Fortbildung bilden die Bereiche staatlichen Handelns, für die das Risiko von Folter sowie unmenschlicher und entwürdigender Behandlung als besonders ausgeprägt gelten kann. Dies betrifft den polizeilichen Gewahrsam und das polizeiliche Verhör, wobei sowohl die Strafverfolgung als auch administrative bzw. präventiv-polizeiliche Systeme einbezogen werden.
Im Einzelnen werden rechtsvergleichende, empirische und sekundär-analytische Untersuchungen zur Implementation der Prävention von Folter durchgeführt. Schulungen werden für Staatsanwälte, Polizisten sowie für Lehrende an Polizeischulen und –universitäten angeboten. Feldbeobachtungen sollen chinesischen Wissenschaftlern, Parlamentariern und Justiz- und Polizeipraktikern konkrete Einblicke in Folterpräventionsmodelle europäischer Länder erlauben. Zusätzlich sind Medienkampagnen geplant, mit denen die Aufmerksamkeit gegenüber Folter, Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung und der Einführung des Optionalen Protokolls zur Antifolterkonvention gesteigert werden soll.
Sodann ist Ziel des Vorhabens die Erstellung eines Forschungsberichts, der Vorschläge für Gesetzesänderungen enthält, insbesondere zur Verstärkung von Schutzmaßnahmen während des Verhörs. Diese Vorschläge sollen Chinas höchstem Gesetzgebungsorgan, der Gesetzgebungskommission des Nationalen Volkskongresses vorgelegt werden. Ebenso soll das Verständnis um die Notwendigkeit der Verhinderung von Folter bei Polizei und anderen Institutionen der Justiz geschärft werden. Ferner ist daran gedacht, Pilotprojekte zur Einführung von Antifolter-Mechanismen in ausgewählten Polizeistationen und Gefängnissen durchzuführen. Schließlich ist eine gemeinsame englisch-chinesische Veröffentlichung zu internationalen Menschenrechtsstandards und deren Implementation geplant, die einerseits in die Ausbildung und Fortbildung eingehen soll, andererseits rechtspolitische und öffentliche Debatten über die Prävention von Folter initiieren soll.
Das Projekt entspricht insoweit einem vorrangigen Ziel der Europäischen Union, nämlich die Folter auch durch die Erhöhung der politischen Akzeptanz des Optionalen Protokolls sowie die Sensibilisierung für Forschungen zu kontraproduktiven Folgen von Folterpraktiken zu reduzieren.
Finanzierung:
Das Projekt wird von der Europäischen Kommission gefördert.
Downloads und Links:
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Antifolterkonvention und Optionales Zusatzprotokoll im Volltext:
Convention against Torture and Other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment
Adopted and opened for signature, ratification and accession by General Assembly resolution 39/46 of 10 December 1984 | entry into force 26 June 1987, in accordance with article 27 (1).
Optional Protocol to the Convention against Torture and other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment
Adopted on 18 December 2002 at the fifty-seventh session of the General Assembly of the United Nations by resolution A/RES/57/199.
Antifolterkonvention [Deutsche Sprachversion] -
Am Projekt beteiligte Institutionen:
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Great Britain China Centre
GBCC, London/UK
"Promoting Understanding between Britain and China". -
Human Rights Centre
University of Essex (UK)
"For some twenty years, the University of Essex has consistently played a pioneering role in the study and practice of international human rights". -
Research Center of Procedural System and Judicial Reform
Renmin University (Beijing)
"Affiliated with the Law School of RUC, the research center is dedicated to perfect China's criminal judiciary system and to promote China's judiciary reform".