Modelle strafrechtlicher Beteiligung

 

Projektkategorie: Dissertation
Organisatorischer Status: Einzelprojekt
Projektlaufzeit: Projektbeginn: 1999
Projektende: 2001
Projektstatus: abgeschlossen

Leiter(in):

Im April 1999 wurde das Promotionsvorhaben begonnen. Sowohl auf der Ebene der Europäischen Union, als auch im Rahmen der Schaffung eines Internationalen Strafgerichtshofs werden strafrechtliche Regelungen entwickelt, die unabhängig von ihrer Geltung - sei es als direkt anwendbares Recht, als bloßer Rechtsangleichungsvorschlag oder als implementationsbedürftiges Modellstrafgesetzbuch - in Ländern mit unterschiedlichen Vorstellungen über den Grund und die wesentlichen Voraussetzungen strafrechtlicher Haftung zumindest mittelfristig angewendet oder umgesetzt werden müssen. Die historische Erfahrung lehrt uns, dass selbst bei direkten Übernahmen von Gesetzestexten aus anderen Staaten sich im Laufe der Zeit durchaus gegensätzliche Auslegungs- und Anwendungspraktiken entwickeln, wenn nicht ein gemeinsames Verständnis des Verbrechens vorhanden ist. Ziel der Arbeit ist die Herausarbeitung grundlegender Modelle der Behandlung der Beteiligung mehrerer an einer Straftat, die mit den gängigen Begriffen von Teilnahme- und Einheitstätersystem nicht hinreichend beschrieben werden. Die verschiedenen Modelle sollen dabei auch auf ihre Leistungsfähigkeit bei der Erfassung moderner Formen der Kriminalität, aber auch bei der Begrenzung der Haftung auf den Be-reich des als strafwürdig und strafbedürftig Angesehenen untersucht werden. Arbeitshypothese ist, dass die im Rahmen der europäischen Entwicklung beson-ders bedeutsame Wirtschaftskriminalität und die beim Internationalen Strafgerichtshof behandelten schweren Menschenrechtsverletzungen sich nur als Ausdruck kollektiver Leistungen verstehen lassen, was man bisher mit dem Begriff des System-unrechts zu beschreiben versucht. Die hierfür eher ungeeignete Fokussierung des Blicks auf den Ein-zeltäter dient aber auch nur in geringem Maße der Beschränkung des Bereichs des Strafbaren, da die wesentlichen Entscheidungen hierfür auf der allen Modellen gemeinsamen Ebene der Zurechnung erfolgen.

Publikationen (Auswahl):

  • Hamdorf, K.: Beteiligungsmodelle im Strafrecht.
    Ein Vergleich von Teilnahme- und Einheitstätersystemen in Skandinavien, Österreich und Deutschland. Beiträge und Materialien aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg i. Br., Freiburg i. Br. 2002, 447 S.
  • Geändert am: 05.10.2011
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