Strafrechtsentwicklung in Europa

Das Projekt hat das Ziel, Gesetzgebern, Praktikern und Wissenschaftlern in Europa darüber zu informieren, welche gesetzlichen Neuerungen derzeit zu verzeichnen sind, mit welchen Reformvorhaben zu rechnen ist, inwieweit die Rechtsprechung neue Wege geht, welche Probleme die Wissenschaft bewegen und was sonst an strafrechtlich Bemerkenswertem zu beobachten ist. Die gegenwärtige Darstellung ist die fünfte Aufzeichnung der strafrechtlich relevanten Ereignisse seit Beginn der 80er Jahre.

Projektkategorie: Forschungsprojekt
Organisatorischer Status: Forschungsgruppenprojekt
Projektlaufzeit: Projektbeginn: 1995
Projektende: 2000
Projektstatus: abgeschlossen

Leiter(in):

Mitarbeiter(innen):

  • Verschiedene Bearbeiterinnen und Bearbeiter

Die Berichtsländer sind nicht auf die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union beschränkt. Besonders im 2. Teilband der aktuellen (fünften) Projektstufe erscheinen Berichte über zahlreiche Rechtsordnungen von Nachbarländern, deren Strafrechtsordnungen als (noch) Nichtmitglied bisher in der Öffentlichkeit und in Fachkreisen nicht die notwendige Beachtung finden. Gerade in diesen Rechtsordnungen ist die Entwicklung durch den Prozess der Ablösung von sowjetisch beeinflusster Kriminalpolitik und der Versuch einer grundlegenden Erneuerung des Strafrechts unter veränderten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen sowie unter dem Druck zuvor unbekannter Kriminalitätsformen und -ausmaße gekennzeichnet. Die Autoren der Länderberichte haben diesen Erneuerungsprozess zum Teil mitgestaltet oder ihn aus unmittelbarer Nähe beobachten können.

In den Mitgliedsstaaten der EU sind ebenfalls grundlegende Erneuerungen des materiellen wie des prozessualen Regelungswerks, aber auch der Strafverfolgungsstrukturen zu verzeichnen, die weiterhin durch die Bekämpfung der organisierten und grenzüberschreitenden Kriminalität verursacht wurden. Auch die Bemühungen um einen gemeinsamen europäischen Rechtsraum haben weitere Fortschritte gemacht, wobei der Schutz der finanziellen Interessen der EU, die Verhütung der Korruption und das Streben nach einem vereinfachten Auslieferungsverfahren hier gewisse "Lokomotivfunktion" haben.

Das Projekt bietet ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit des Instituts mit ausländischen Wissenschaftlern. Neben spezialisierten Referenten des Instituts wurden 25 auswärtige Autoren gewonnen, mit deren Hilfe die ständig wachsende Fülle des Materials in überschaubare und brauchbare Form gegossen wurde. Die Berichte über die Entwicklung in Belgien und in Italien sind gleichzeitig in der Landessprache in den jeweiligen Ländern veröffentlicht worden.

Publikationen (Auswahl):

  • Geändert am: 05.10.2011
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