Javier Llobet Rodríguez
Die Unschuldsvermutung und die materiellen Voraussetzungen der Untersuchungshaft
Ein Beitrag zur Strafprozeßreform in Lateinamerika
255 Seiten; Freiburg, 1995.
Dieses Buch ist erschienen in der Reihe Beiträge und Materialien aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg i. Br., herausgegeben von Albin Eser.
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ISBN: 978-3-86113-981-2 (Max-Planck-Institut)Preis: 14,50 EUR / 28 sFr
Die Probleme der Straf- und Untersuchungsgefangenen in lateinamerikanischen Haftanstalten sind nicht neu, doch haben sie sich seit Mitte der siebziger Jahre aufgrund der wirtschaftlichen Krise verschärft. Die allgemeine Verarmung der mittleren und unteren Bevölkerungsschichten hat zu einem Anstieg der Kriminalität geführt, die Auswirkungen auf die Zahl der Gefängnisinsassen, insbesondere auf den Anteil der Gefangenen ohne Veruteilung hatte.
Die hier vorgelegte Dissertation des als Richter und Rechtslehrer in Costa Rica tätigen Autors behandelt aus rechtsvergleichender Sicht die Problematik der Unschuldsvermutung für die materiellen Voraussetzungen der U-Haft. Den Kern der Arbeit bildet die Gegenüberstellung der Vorschläge des Entwurfs einer Musterstrafprozeßordnung für Iberoamerika von 1988 mit dem Grundsatz der Unschuldsvermutung. Dabei geht die Analyse auch auf die geltenden lateinamerikanischen Verfahrensregelungen und auf die deutsche Strafprozeßordnung ein.
Mit dieser Analyse, die für den lateinamerikanischen Raum weitgehend Neuland betritt, da es trotz genereller Anerkennung des Grundsatzes der Unschuldsvermutung bisher kaum Untersuchungen zu diesem Fragenkreis gibt, versucht der Autor eine Brücke zwischen deutscher und lateinamerikanischer Lehre zu schlagen und hofft, einen Beitrag zur Verbesserung der Regelung der Voraussetzungen für die Anordnung der U-Haft in den behandelten Rechtsordnungen leisten zu können.