Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht


Hinweis zur Befragung „Zusammenleben und Sicherheit“ in Köln und Essen

Das Max-Planck-Institut führt zurzeit gemeinsam mit der Fachhochschule Köln eine postalische Bewohnerbefragung in Köln und Essen durch. Für diese Befragung wurden nach einem Zufallsverfahren Bewohnerinnen und Bewohner aus den Einwohnermelderegistern der beiden Städte ausgewählt. Die Auswertungen erfolgen völlig anonym und dienen ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken.

Wenn Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unser Projektteam (Tel.: 0761 7081-280, E-Mail: befragung@mpicc.de).

Im Fokus

Zur Lage der Kriminologie in Deutschland

Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform – Zur Lage der Kriminologie in Deutschland

Die Kriminologie als eine interdisziplinäre und international eingebundene Wissenschaft hat längst ein theorie- und empiriefundiertes Wissen zur Kriminalität, zum Verbrechen, zum Täter und Opfer sowie zu den verschiedenen staatlichen und privaten, informellen und formellen Reaktions- und Präventionsformen erarbeitet. Dieses Wissen steht der Kriminal-, Sozial- und Kommunalpolitik zur Verfügung und wird auch genutzt, wenn es darum geht, eine zureichende wissenschaftliche Begründung und Evaluation ihrer jeweiligen Aufgaben zu gewährleisten. Nicht selten konnte – basierend auf empirischen Befunden – ein Perspektivwechsel zu manchen der besagten Problembereiche beobachtet werden.


Die Kriminologie ist in ihrer Existenz an den deutschen Universitäten durch die Streichung von Lehrstühlen, die Reduzierung qualifizierter Lehrangebote und die Ausdünnung des wissenschaftlichen Personals gefährdet. Ähnliches gilt für benachbarte Fachrichtungen wie die „Soziologie abweichenden Verhaltens“ oder „Soziale Probleme“, die so gut wie vollständig aus den Lehrplänen verschwunden sind.


Das Unbehagen gegenüber dieser Situation ist unter den Kriminologinnen und Kriminologen in den letzten Jahren gewachsen, und dies mit jeder weggefallenen oder umgewidmeten kriminologischen Professur. Aus diesem Grund fand vom 28. bis 30. Juni 2012 eine Tagung am Freiburger Max-Planck-Institut für Strafrecht statt, an der 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter 25 Referentinnen und Referenten, teilnahmen.


Aus dieser Tagung ging zum einen das Freiburger Memorandum zur Lage der Kriminologie in Deutschland in Form einer 14-seitigen Broschüre mit ausführlichen Statements und Thesen hervor, die das Problem ebenso verdeutlichen wie sie an die zuständigen Entscheidungsträger appellieren, der Kriminologie den ihrem wissenschaftlichen Niveau entsprechenden Platz an den deutschen Universitäten einzuräumen. Zum anderen wurde ein eigenes Schwerpunktheft der Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform (Heft 2/3, 2013) herausgegeben, in dem nahezu komplett alle Referate der Tagung veröffentlicht sind.


Aktuelle Publikation

Sexuelle Gewalt und Sozialtherapie
Bisherige Daten und Analysen zur Längsschnittstudie "Sexualstraftäter in den sozialtherapeutischen Abteilungen des Freistaates Sachsen"

Gunda Wößner, Roland Hefendehl, Hans-Jörg Albrecht (Hrsg.);
274 Seiten, Berlin 2013.


1998 hat der Gesetzgeber Sexualverbrecher und Sozialtherapie in einer „Zwangsehe“ zusammengeführt, um auch hierüber zu beweisen, dass man im Kampf gegen diese Täterklientel nichts unversucht lasse. Der Sammelband gibt einen Zwischenbericht eines langjährigen Forschungsprojekts „Sexualstraftäter in den sozialtherapeutischen Abteilungen des Freistaates Sachsen“, das von Beginn der gesetzlichen Neuregelung an diese Konstellation begleitet hat. Die sozialtherapeutischen Behandlungskonzepte bei Sexual-, aber auch vergleichend bei (sonstigen) Gewaltdelikten werden ebenso dargestellt wie bislang erzielte empirische Ergebnisse. Die Klientel jugendlicher Strafgefangener und die Zeit nach der Haft sind in das Untersuchungsdesign einbezogen. Über diese Erkenntnisse wird zugleich ein Beitrag zu den kriminologischen Theorien zur Rückfalldelinquenz und deren Prognose geleistet und das Spannungsverhältnis von Kriminologie und Kriminalpolitik kritisch beleuchtet.


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  • Geändert am: 15.04.2014
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