Dr. Ewa Weigend
Referatsleiterin
Forschungsschwerpunkte:
Polnisches Straf-, Strafprozess- und Strafvollzugsrecht.
Wissenschaftlicher Werdegang:
Dr. iur.; geboren 1946 in Gliwice (Polen). Studium der Rechtswissenschaften und Kriminologie an der Jagiellonen Universität Krakau (Polen), Baar-Ilan Universität Ramat-Aviv (Israel) und Freiburg. 1976 Promotion an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg über ein Thema aus dem polnischen Strafverfahrensrecht. Sie ist seit 1971 Mitarbeiterin und seit 1978 Leiterin des Referats Ost-, Mittel- und Südosteuropa am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg.
Wissenschaftliche Tätigkeit und Pflege der Kontakte zu Vertretern des osteuropäischen Strafrechts:
Seit Mitte der 70er Jahre unterhält Ewa Weigend kontinuierlich enge Kontakte zu den Vertretern der Strafrechtslehre aus allen polnischen Universitätszentren. Sie betreut wissenschaftlich und persönlich die zahlreichen Stipendiaten und Gastwissenschaftler aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern am Freiburger Max-Planck-Institut. Die deutsch-polnische Forschungskooperation von Ewa Weigend hat sich in den letzten Jahrzehnten in ihrer intensiven Publikationstätigkeit niedergeschlagen. Dabei hat sich Ewa Weigend – entweder als Alleinautorin oder als Koautorin gemeinsam mit polnischen Strafrechtlern – vor allem mit den neueren kriminalpolitischen Entwicklungen in beiden Ländern auseinandergesetzt. Besonders hervorzuheben sind hier hauptsächlich Strafrechtsvergleichung sowie aktuelle Probleme des Straf-, Strafprozess- und Strafvollzugsrechts, z.B. die Implementierung des Europäischen Haftbefehls in das polnische Strafrecht, aktuelle Entwicklungen im polnischen Recht des Schwangerschaftsabbruchs oder die strafrechtliche Verantwortlichkeit juristischer Personen im polnischen Recht. Weitere neuere Beiträge – auch in polnischer Sprache – betreffen aktuelle Themenbereiche, wie die Rolle des Strafrechts im politischen Systemwechsel Polens, die Europäisierung des polnischen Strafrechts im Lichte der Europäischen Verfassung sowie die Präsenz der Medien im polnischen und deutschen Strafprozess und ihre Folgen. Von besonderer wissenschaftlicher und praktischer Bedeutung sind auch die von Ewa Weigend vorgenommenen Übersetzungen des polnischen Strafgesetzbuches (1998; Kodeks karny von 1997) und der polnischen Strafprozessordnung (2004; Kodeks postę powania karnego von 1997) in die deutsche Sprache.
Die Darstellung der neuen polnischen Strafgesetzgebung nach der politischen Wende bietet einen ausführlichen und vertiefenden Überblick über aktuelle rechtliche Entwicklungen in einem der jüngeren Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Seit Ende der 70er Jahre hält Ewa Weigend fast jährlich Vorträge an den Universitäten Krakau und Warschau und nimmt an den Universitäten Breslau, Posen, Thorn und Danzig am wissenschaftlichen Austausch mit den dort arbeitenden polnischen Strafrechtlern teil.
Publikationen (Auswahl):
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Publikationsverzeichnis
- Weigend, Ewa: Rahmenbedingungen, Vorgaben, Grundlagen und Entwicklung des Strafrechts in Polen. In: Sieber, Ulrich / Cornils, Karin (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung, vol. 1. Berlin, Duncker & Humblot, 2009, S. 483 - 549.
- Weigend, Ewa: Gesetzlichkeitsprinzip in Polen. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 2. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 92 - 104.
- Weigend, Ewa: Internationaler Geltungsbereich des Strafrechts in Polen. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 2. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 271 - 287.
- Weigend, Ewa: Begriff und Systematisierung der Straftat in Polen. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 2. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 424 - 434.
- Weigend, Ewa: Objektive Tatseite in Polen. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 3. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 571 - 582.
- Weigend, Ewa: Subjektive Tatseite in Polen. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 3. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 740 - 749.
- Weigend, Ewa: Strafbares Verhalten im Vorfeld der Tatvollendung in Polen. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 3. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 892 - 905.
- Weigend, Ewa / Zielinska, Eleonora: Die Rolle der Ehre im Strafrecht in Polen. In: Tellenbach, S. (Hrsg.): Die Rolle der Ehre im Strafrecht. Berlin, Duncker & Humblot, 2007, S. 529 - 588.
- Weigend, Ewa / Andrzej Sakowicz: Der Europäische Haftbefehl und die polnische Verfassung – jüngste Entwicklungen. In: ZStW, 2007, Heft⁄Band 119, S. 459 - 469.
- Weigend, Ewa: Instytucja Rasterfahndung w niemieckim prawie karnym oraz w s’wietle orzeczenia niemieckiego Federalnego Trybuna?u Konstytucyjnego [Rasterfahndung im deutschen Strafrecht und im Lichte der Entscheidung des Verfassungsgerichts]. In: Krajewski, K. (Hrsg.): Festschrift für Professor Andrzej Gaberle zum 70. Geburtstag. Warschau, 2007, S. 295 - 307.
- Weigend, Ewa: Europeizacja prawa karnego w świetle Konstytucji Europejskiej (polnisch) [Europäisierung des Strafrechts im Lichte der Europäischen Verfassung]. In: Państwo i Prawo, 2005, Heft⁄Band Nr. 6, S. 11 - 29.
- Weigend, Ewa / Górski, Adam: Die Implementierung des Europäischen Haftbefehls in das polnische Strafrecht. In: ZStW, 2005, Heft⁄Band 117, S. 193 - 207.