Referat Vereinigtes Königreich & Republik Irland

Bereich:

Das Referat umfasst das Vereinigte Königreich und die Republik Irland. Kommissarisch werden außerdem die Länder Australien, Neuseeland und Südafrika mitbetreut.

Schwerpunkte:

Der Schwerpunkt der Forschung liegt bei Großbritannien, das heißt beim Strafrecht von England und Wales sowie dem Strafrecht Schottlands.

Leiter(in):

  • Benjamin Vogel, LL.M. (Cantab.) [Email]

Mitarbeiter(innen):

Referatsbereich und Forschungsschwerpunkt:

Das Referat trug früher die Bezeichnung "Referat Common Law Länder" und deckte mit Ausnahme der USA alle Länder, in denen das "common law" gilt, ab. Nach einer Neuordnung der Referate sind zahlreiche "Common Law Länder" nun in anderen Referaten angesiedelt. Entsprechend seiner Bezeichnung liegt der Schwerpunkt des Referates auf Großbritannien, jedoch sind auch weiterhin einige andere Länder erfasst (Nordirland und die Irische Republik) oder werden derzeit mitbetreut (Südafrika, Australien und Neuseeland). Die Rechtsordnungen dieser Länder sind nicht nur allgemein vom "common law", sondern insbesondere vom englischen Recht geprägt.

Die in dem Referat erfassten Länder lassen sich zwar dieser Rechtsfamilie zuordnen, jedes Einzelne weist jedoch Besonderheiten auf. So hat das südafrikanische Strafrecht, das bis heute reines "common law" ist, seine Wurzeln im römisch-niederländischen Recht des 17. Jahrhunderts. Erst später wurde das südafrikanische Strafrecht dann vom englischen Recht aber auch auch von der deutschen Strafrechtswissenschaft beeinflusst. Die Rechtssysteme Australiens und Neuseelands hingegen haben ihre Wurzeln im englischen Recht und sind diesem bis heute stark verwandt. Jeder der sechs Bundesstaaten Australiens besitzt eine eigene Rechtsordnung. Inhaltlich stimmen die verschiedenen Rechtsordnungen jedoch weitgehend überein. In einigen Staaten Australiens ist das Strafrecht inzwischen kodifiziert, in anderen gilt bis heute ganz überwiegend "common law".

Auch in Großbritannien gilt kein für alle Landesteile einheitliches Strafrecht. Vielmehr ist zu unterscheiden zwischen der Rechtsordnung von England & Wales einerseits und dem schottischen Recht andererseits. In England & Wales ist das Strafrecht nunmehr ganz überwiegend kodifiziert. Das schottische Strafrecht hingegen ist auch heute noch reines "common law". Diese Trennung zwischen den verschiedenen Rechtsordnungen spiegelt sich auch bei der geographischen Aufteilung der Forschungsarbeit innerhalb des Referates wider. Mit dem englischen Strafrecht war in den letzten Jahren vorwiegend die jeweilige Referatsleiterin befasst, während Schottland durch die schottische Mitarbeiterin Sarah Summers abgedeckt wird.


Aktuelle Projekte:

im Rahmen von Gemeinschaftsprojekten

Grenzen des Rechtsgüterschutzes bei der Strafbarkeit des Inzests — Landesbericht England und Wales (Susanne Forster)

Internationales Max-Planck-Informationssystem für Strafrechtsvergleichung (sog. "virtuelles Institut") — Landesberichte zu England (Susanne Forster) und Schottland (Sarah Summers)

Allgemeine Rechtsgrundsätze des Völkerstrafrechts zur strafbaren Mitwirkung von Führungspersonen in Straftätergruppen und Netzwerken— Landesberichte zu Schottland (Sarah Summers) und England und Wales (Oxford Pro Bono Publico)

Grundlagen, Systeme und Zukunftsperspektiven des Europäischen Strafrechts — Country Report United Kingdom (John Spencer/Chiara Mancuso)

Strafrechtlicher Strukturvergleich — Auswertung von Interviews mit Richtern, Staatsanwälten, Rechtsanwälten und Strafrechtsprofessoren in England über die Lösung bestimmter Musterfälle aus dem Bereich der vorsätzlichen Tötungsdelikte ( Barbara Huber)


Abgeschlossene Projekte:

a) im Rahmen von Gemeinschaftsprojekten

Freiheitsentziehende Maßnahmen gegen gefährliche, strafrechtlich verantwortliche (Rückfall-)Täter im internationalen Vergleich — Landesbericht England und Wales (Susanne Forster)

Nationale Strafverfolgung völkerrechtlicher Verbrechen - National Prosecution of International Crimes — Landesbericht England und Wales (Christiane Rabenstein und Ralf Bahrenberg), Australien (Anke Biehler)

Strafrecht in Reaktion auf Systemunrecht — Landesbericht Südafrika (Clivia Namgalies)


b) im Rahmen von Einzelprojekten


Publikationen (Auswahl):

  • Forster, Susanne: Landesbericht England und Wales. In: Hans-Georg Koch (Hrsg.), Wegsperren? - Freiheitsentziehende Maßnahmen gegen gefährliche, strafrechtlich verantwortliche (Rückfall-)Täter. Berlin, Duncker & Humblot, 2011, S. 29 - 80.
  • Forster, Susanne: Begnadigung, Amnestie, Aufhebung der Strafbarkeit und Verjährung in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 5. Berlin, Duncker & Humblot, 2010, S. 561 - 569.
  • Forster, Susanne: Gründe für den Ausschluss der Strafbarkeit in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 5. Berlin, Duncker & Humblot, 2010, S. 72 - 111.
  • Forster, Susanne: Verantwortlichkeit für Straftaten in Unternehmen, Verbänden und anderen Kollektiven in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 4. Berlin, Duncker & Humblot, 2010, S. 372 - 390.
  • Forster, Susanne: Tatbeteiligung in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 4. Berlin, Duncker & Humblot, 2010, S. 52 - 76.
  • Forster, Susanne: Freiheitsbeschränkungen für mutmaßliche Terroristen. Eine Analyse der Terrorismusgesetzgebung des Vereinigten Königreichs. Berlin, Duncker & Humblot, 341 S., 2010. Zusätzl.: Diss.
  • Forster, Susanne: Rahmenbedingungen, Vorgaben, Grundlagen und Entwicklung des Strafrechts in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 1. Berlin, Duncker & Humblot, 2009, S. 127 - 190.
  • Forster, Susanne: Das Gesetzlichkeitsprinzip in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 2. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 29 - 39.
  • Forster, Susanne: Internationaler Geltungsbereich des Strafrechts in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 2. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 182 - 205.
  • Forster, Susanne: Begriff und Systematisierung der Straftat in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 2. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 374 - 382.
  • Forster, Susanne: Objektive Tatseite in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 3. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 501 - 512.
  • Forster, Susanne: Subjektive Tatseite in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 3. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 662 - 677.
  • Forster, Susanne: Strafbares Verhalten im Vorfeld der Tatvollendung in England und Wales. In: Sieber, U. / Cornils, K. (Hrsg.): Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung. Band 3. Berlin, Duncker & Humblot, 2008, S. 821 - 833.
  • Rabenstein, C., Eser, A. (Hrsg.): Strafjustiz im Spannungsfeld von Effizienz und Fairness - Criminal Justice between Crime Control and Due Process. Konvergente und divergente Entwicklungen im Strafprozessrecht - Convergence and Divergence in Criminal Procedure Systems. Berlin 2004, 446 S.
  • Huber, Barbara: Country Report England. In: Sieber, U. (Hrsg.): The Punishment of Serious Crimes - A Comparative Analysis of Sentencing Law and Practice. Vol. 2. Freiburg 2004.
 

Downloads und Links:

  • Geändert am: 29.10.2013
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