Gegenbegriffe, Dichotomien und Alternativen in der Jurisprudenz © privat

Vor­trag von Prof. em. Dr. Klaus F. Röhl (Eme­ri­tus des Lehr­stuhls für Rechts­so­zio­lo­gie und Rechts­phi­lo­so­phie der Ju­ris­ti­schen Fa­kul­tät der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum) am 22.01.2020 um 18 Uhr c.t. an der Al­bert-Lud­wigs-Uni­ver­si­tät Frei­burg, KG II, Raum 2408.


Frei­bur­ger Vor­trä­ge zur Staats­wis­sen­schaft und Rechts­phi­lo­so­phie.
Ei­ne Ko­ope­ra­ti­on des In­sti­tuts für Staats­wis­sen­schaft und Rechts­phi­lo­so­phie der Al­bert-Lud­wigs-Uni­ver­si­tät Frei­burg und des Max-Planck-In­sti­tuts für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht.


Der Vor­trag fin­det in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Col­lo­qui­um po­li­ti­cum statt.

Web­sei­te (Uni­ver­si­tät Frei­burg)


Prof. em. Dr. Klaus F. Röhl über den Vor­trag:

Die Post­mo­der­ne hat das Den­ken und Ar­gu­men­tie­ren mit Di­cho­to­mi­en in Ver­ruf ge­bracht. Zu­mal die großen Di­cho­to­mi­en von Ob­jekt und Sub­jekt, Kör­per und Geist, Sein und Sol­len sind ihr ob­so­let. In­so­fern hat das The­ma einen epis­te­mo­lo­gi­schen oder, wenn man so will, phi­lo­so­phi­schen Hin­ter­grund. Auf die­sem Hin­ter­grund wuchs ei­ne Kri­tik an Recht und Rechts­wis­sen­schaft und nicht zu­letzt die Ge­sell­schafts­kri­tik des Fe­mi­nis­mus. Das al­les wer­de ich nicht ganz aus­spa­ren. Aber im Vor­der­grund ste­hen die Tra­di­ti­on und der hand­werk­li­che oder tech­no­lo­gi­sche Um­gang mit Ge­gen­be­grif­fen, Di­cho­to­mi­en und Al­ter­na­ti­ven in der Ju­rispru­denz. Auf die­se Ebe­ne bin ich auf­merk­sam ge­wor­den, als ich vor nun­mehr bald 20 Jah­ren nach Mög­lich­kei­ten der Vi­sua­li­sie­rung ju­ris­ti­scher Be­griff­lich­kei­ten such­te. Von dort führ­te der Weg in die sei­ner­zeit noch im Ent­ste­hen be­grif­fe­ne Rechts­di­dak­tik. Er­in­nert wer­den soll aber auch an Jür­gen Rö­digs Buch über »Die Denk­form der Al­ter­na­ti­ve in der Ju­rispru­denz«. Als Sprung­brett zu So­zio­lo­gie und Ge­sell­schafts­kri­tik dient dann der To­pos der Asym­me­trie der Un­ter­schei­dung. Ein prak­ti­sches Bei­spiel bie­tet die Ge­schlech­ter­dif­fe­renz.