"Maceió, Brasilien: Die Jugend, die Straße und der Zyklus der Gewalt"

Die bra­si­lia­ni­sche Mil­lio­nen-Stadt Ma­ceió gilt als ei­ne der ge­walt­tä­tigs­ten Städ­te der Welt, ins­be­son­de­re was die Ge­walt von Ju­gend­li­chen an­geht. Der Ju­rist Clés­sio Mou­ra de Souza ist für sei­ne For­schung in die­sen Hots­pot ge­reist und hat Ge­fäng­nis­se, Ju­gend­haft­an­stal­ten und jun­ge Leu­te auf der Stra­ße auf­ge­sucht, um­fas­send be­fragt und fo­to­gra­fiert.


Für sei­ne Dok­tor­ar­beit in­ter­view­te er jun­ge Män­ner, die Ge­walt­ta­ten wie Raub, Mord oder Se­xual­de­lik­te be­gan­gen ha­ben, und do­ku­men­tier­te ih­ren Weg durch das bra­si­lia­ni­sche Jus­tiz­sys­tem. Was ur­sprüng­lich als rei­ne Feld­for­schung ge­plant war, wei­te­te sich zu ei­nem Fo­to­pro­jekt mit mehr als 4.000 Fo­tos aus.

Ent­stan­den ist ein Zy­klus, der den ge­sam­ten Ver­lauf ei­ner kri­mi­nel­len Kar­rie­re in Ma­ceió zeigt – von den Ur­sa­chen der Kri­mi­na­li­tät - die trost­lo­sen Elends­vier­tel, die Ar­beits­lo­sig­keit und die Ar­mut – zum har­ten All­tag in den un­ter­schied­li­chen Haft­an­stal­ten, bis hin zum klei­nen Hoff­nungs­schim­mer auf ein neu­es Le­ben jen­seits der Ge­fäng­nis­mau­ern.

Erst­mals stellt Clés­sio Mou­ra de Souza ei­ne Aus­wahl sei­ner Bil­der nun in Deutsch­land aus. Ge­zeigt wird die Aus­stel­lung am Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht in der Gün­ter­stal­str. 73, wo die Dok­tor­ar­beit be­treut wird. Die Aus­stel­lung ist zu se­hen bis En­de No­vem­ber, Mon­tag bis Don­ners­tag, 9 bis 17 Uhr, Frei­tag, 9 bis 14.30 Uhr. Am 6. No­vem­ber, 14.30 und 15.30 Uhr, gibt der Fo­to­graf ei­ne Füh­rung. Grup­pen kön­nen sich für wei­te­re Füh­run­gen an­mel­den, per Mail an c.mou­ra@mpicc.de.

Aus­stel­lungs­bro­schü­re