Partnerschaft mit Usbekistan – Runder Tisch soll Ausbildung von Juristen fördern

Prof. Hans-Jörg Al­brecht, eme­ri­tier­ter Di­rek­tor am Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht in Frei­burg, war im Früh­jahr 2019 Gast des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums der Re­pu­blik Us­be­kis­tan in de­ren Haupt­stadt Tasch­kent. An ei­nem Run­den Tisch mit Ver­tre­ter*in­nen der Ju­ris­ti­schen Uni­ver­si­tät Tasch­kent (Tas­h­kent State Uni­ver­si­ty of Law), des In­nen­mi­nis­te­ri­ums, der Ge­ne­ralan­walt­schaft, mit Ver­tre­ter*in­nen na­tio­na­ler und in­ter­na­tio­na­ler NGOs so­wie mit Wis­sen­schaft­ler*in­nen und Ex­pert*in­nen aus den USA, Ja­pan und der EU wur­den der Auf- und Aus­bau des Jus­ti­z­ap­pa­rats und die Im­ple­men­tie­rung ethi­scher Grund­sät­ze in der noch jun­gen De­mo­kra­tie Us­be­kis­tan er­ör­tert. Haupt­ziel der Zu­sam­men­kunft war es, ei­ne in­sti­tu­tio­nel­le Ba­sis für die Aus­bil­dung von Ju­rist*in­nen zu schaf­fen. Or­ga­ni­siert wur­de das Tref­fen aus Wis­sen­schaft und Pra­xis von der nicht-staat­li­chen, in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on The Re­gio­nal Dia­logue, die vom US-Au­ßen­mi­nis­te­ri­um ge­för­dert wird.


Den Bo­den be­rei­tet für die Zu­sam­men­kunft hat­te zu­vor be­reits die MPI-Wis­sen­schaft­le­rin und Ju­ris­tin Dr. Eli­ko Ci­klau­ri-Lam­mich. Auf Ein­la­dung der Tas­h­kent State Uni­ver­si­ty of Law und des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums war Ci­klau­ri-Lam­mich be­reits im März 2018 nach Us­be­kis­tan ge­reist, um vor Ort Work­shops und Vor­le­sun­gen für das Lehr­per­so­nal und die Stu­den­ten­schaft zu hal­ten und über die For­schungs­be­rei­che des Max-Planck-In­sti­tuts zu in­for­mie­ren. An­ge­strebt wird ei­ne lang­fris­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit und Part­ner­schaft. In die­sem Zu­sam­men­hang soll es us­be­ki­schen Ju­rist*in­nen er­mög­lich wer­den, für Stu­di­en- und For­schungs­auf­ent­hal­te nach Frei­burg zu kom­men.

Hin­ter­grund:

Ci­klau­ri-Lam­mich forscht seit Jahr­zehn­ten am Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht. Als Lei­te­rin des For­schungs­pro­jekts „Über­gän­ge vom to­ta­li­tär­em zu rechts­staat­li­chen Straf­recht - Kri­mi­nal­po­li­ti­sche Ten­den­zen in den Nach­fol­ge­staa­ten der ehe­ma­li­gen So­wje­tu­ni­on“ be­ob­ach­tet sie die Recht­s­ent­wick­lung und De­mo­kra­ti­sie­rung der Län­der der ehe­ma­li­gen So­wje­tu­ni­on und be­fasst sie sich mit dem Auf­bau ei­nes wis­sen­schaft­li­chen Netz­werks.

Der der­zei­ti­ge Prä­si­dent der zen­tralasia­ti­schen Re­pu­blik Us­be­kis­tan ist Shav­kat Mir­ziyoev. Der seit De­zem­ber 2016 am­tie­ren­de Staats­prä­si­dent treibt nach An­sicht von Ci­klau­ri-Lam­mich die Mo­der­ni­sie­rung der Ge­setz­ge­bung und Straf­jus­tiz in Us­be­kis­tan an. Da­vor hat­te der Po­li­ti­ker Is­lom Ka­ri­mov von 1991, dem Jahr der Un­ab­hän­gig­keit Us­be­kist­ans, bis zu sei­nem Tod im Jahr 2016 als Prä­si­dent fun­giert. Sei­ne Po­li­tik galt als re­pres­siv, au­to­ri­tär und we­nig de­mo­kra­tisch. In Be­zug auf Men­schen­rech­te und Pres­se­frei­heit wur­de Ka­ri­mov in­ter­na­tio­nal kri­ti­siert.

Fo­to: Dr. Eli­ko Ci­klau­ri-Lam­mich und der Rek­tor der Tas­h­kent State Uni­ver­si­ty of Law, Ese­mu­rat Ka­nya­zov.