PRE-CRIME – Willkommen in deinem “Minority Report”

Film­vor­füh­rung mit Re­gis­seur Matt­hi­as Hee­der und an­schlie­ßen­der Po­di­ums­dis­kus­si­on


Ein hoch­of­fi­zi­el­ler Brief mit ei­nem schier un­glaub­li­chen In­halt. Der Emp­fän­ger er­fährt von der Po­li­zei, dass er mit großer Wahr­schein­lich­keit in nächs­ter Zu­kunft in ein Ver­bre­chen ver­wi­ckelt sein wird. Er ist kein Kri­mi­nel­ler, doch die Po­li­zei ist sich si­cher, die rich­ti­ge Per­son im Vi­sier zu ha­ben. Wer solch einen Brief er­hält, steht auf der He­at-List – ei­ner Lis­te mit den po­ten­zi­el­len Ver­bre­chern von mor­gen.

PRE-CRI­ME zeigt: Was nach ei­nem Science-Fic­ti­on-Sze­na­rio im Stil von „Mi­no­ri­ty Re­port“ klingt, ist in Städ­ten wie Chi­ca­go, Lon­don oder Mün­chen längst Rea­li­tät. Ob wir ge­fähr­lich sind oder nicht, wird schon heu­te von Po­li­zei­com­pu­tern ent­schie­den. Pre­dic­ti­ve Po­li­cing nennt sich die Me­tho­de.

Je­der Bür­ger gibt mit sei­nen Da­ten et­was über sich preis – über sein Kauf­ver­hal­ten, sei­ne Be­we­gungs­mus­ter, sei­ne Kon­tak­te. Com­pu­ter sam­meln die­se Da­ten aus un­ter­schied­lichs­ten Quel­len, wer­ten Auf­nah­men von Über­wa­chungs­ka­me­ras aus und be­rech­nen auf die­ser Grund­la­ge die Wahr­schein­lich­keit von kri­mi­nel­len Hand­lun­gen. Der Film reist um die hal­be Welt und stellt Men­schen vor, die täg­lich mit die­ser Tech­no­lo­gie ar­bei­ten und sie wei­ter ent­wi­ckeln. Zu Wort kom­men aber auch Men­schen, die zu den Op­fern die­ser Tech­no­lo­gie wur­den.

Das The­ma Pre­dic­ti­ve Po­li­cing steht auch im Fo­kus ei­ni­ger Frei­bur­ger Wis­sen­schaft­ler, die sich ge­sell­schafts- und rechts­wis­sen­schaft­lich mit dem The­ma aus­ein­an­der­set­zen. In die­sem Zu­sam­men­hang  gibt es im An­schluss an die Son­der­vor­stel­lung ei­ne Ge­sprächs­run­de mit dem Re­gis­seur von PRE-CRI­ME, Matt­hi­as Hee­der, so­wie fol­gen­den Ex­per­ten:

  • Dr. Jens Häl­ter­lein; Cen­tre for Se­cu­ri­ty and So­cie­ty der Uni­ver­si­tät Frei­burg (Mo­de­ra­ti­on); For­schungs­schwer­punk­te: Tech­nik­so­zio­lo­gie, So­zio­lo­gie so­zia­ler Kon­trol­le, Vi­deo­über­wa­chung und Pre­dic­ti­ve Po­li­cing.
  • Do­mi­nik Ger­st­ner; Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht Frei­burg; For­schungs­schwer­punk­te: Pre­dic­ti­ve Po­li­cing, Kri­mi­no­lo­gi­sche Theo­ri­en, Ana­ly­se so­zia­ler Netz­wer­ke.
  • Dr. Ti­mo Ra­de­ma­cher, In­sti­tut für Me­di­en- und In­for­ma­ti­ons­recht der Uni­ver­si­tät Frei­burg; For­schungs­schwer­punk­te: Recht der In­for­ma­ti­ons­ge­sell­schaft, ins­be­son­de­re Big Da­ta und Pre­dic­ti­ve Po­li­cing.
  • Dr. Ben­ja­min Rus­te­berg, In­sti­tut für Staats­wis­sen­schaft & Rechts­phi­lo­so­phie der Uni­ver­si­tät Frei­burg; For­schungs­schwer­punk­te: Po­li­zei- und Ord­nungs­recht, Si­cher­heits­recht, Grund­rech­te.