"Selbstkontrolle und Alterskriminalität"

Gast­vor­trag von Prof. Dr. Hel­mut Hir­ten­leh­ner (Lei­ter des Zen­trums für Kri­mi­no­lo­gie der Uni­ver­si­tät Linz) am 25.04.2019, Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht, Frei­burg.


Ab­stract:
Al­ters- oder Se­nio­ren­kri­mi­na­li­tät stellt ein stark un­te­rer­forsch­tes The­ma dar. Zwar deu­tet die be­kann­te Al­ters-Kri­mi­na­li­täts-Kur­ve auf ei­ne un­ter­durch­schnitt­li­che Kri­mi­na­li­täts­be­tei­li­gung äl­te­rer Men­schen hin; der Al­ter­ss­truk­tur­wan­del der Ge­sell­schaft pro­phe­zeit in­des ein star­kes An­wach­sen der Zahl agi­ler Se­nio­ren. Über die Ur­sa­chen straf­ba­ren Han­delns be­tag­ter Per­so­nen ist we­nig be­kannt. Ei­ne Theo­rie, die ex­pli­zit den An­spruch er­hebt, kri­mi­nel­les Han­deln in al­len Le­bens­stu­fen und da­mit auch im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter zu er­klä­ren, ist Gott­fred­son und Hirschi’s Ge­ne­ral Theo­ry of Cri­me. In sei­nem Vor­trag wird Prof. Hir­ten­leh­ner auf Da­ten aus Nord­deutsch­land zu­rück­grei­fen, um die Be­deu­tung nied­ri­ger Selbst­kon­trol­le für die Ent­ste­hung von Se­nio­ren­kri­mi­na­li­tät zu be­leuch­ten. Be­son­de­res Au­gen­merk wird da­bei auf die Wech­sel­wir­kung ge­rin­ger Selbst­kon­trol­le mit der Ver­füg­bar­keit von Ge­le­gen­hei­ten für straf­ba­res Han­deln im hö­he­ren Al­ter ge­legt.

Kurz­bio­gra­phie:
As­soz. Univ.-Prof. PD Dr. Hel­mut Hir­ten­leh­ner ist Lei­ter des Zen­trums für Kri­mi­no­lo­gie der Jo­han­nes Kep­ler Uni­ver­si­tät Linz und Pro­fes­sor für Kri­mi­no­lo­gie und Em­pi­ri­sche So­zi­al­for­schung am Cam­pus Linz der FH OÖ. Im Jahr 2008 ha­bi­li­tier­te er an der Jo­han­nes Kep­ler Uni­ver­si­tät Linz für die Fä­cher „Kri­mi­no­lo­gie“ und „Kri­mi­nal­so­zio­lo­gie“. Der Vor­tra­gen­de pu­bli­ziert re­gel­mä­ßig in  deutsch­spra­chi­gen und in­ter­na­tio­na­len Fach­zeit­schrif­ten. Sei­ne For­schungs­schwer­punk­te lie­gen im Be­reich Kri­mi­na­li­täts­furcht, Ab­schre­ckungs­wir­kung von Stra­fe, kri­mi­no­lo­gi­sche Theo­ri­en­prü­fung und quan­ti­ta­ti­ve Kri­mi­no­lo­gie.