Special Issue über Predictive Security Technologies

Chan­cen und Ri­si­ken von Pre­dic­ti­ve Se­cu­ri­ty Tech­no­lo­gies


Tech­no­lo­gi­en, die da­bei hel­fen sol­len, po­ten­zi­el­le Straf­tä­ter zu iden­ti­fi­zie­ren oder künf­ti­ge Straf­ta­ten vor­her­zu­se­hen – das klingt wie ein Sze­na­rio aus ei­nem Science-Fic­ti­on-Ro­man. In den USA wer­den sol­che ma­the­ma­tisch-sta­tis­ti­sche Me­tho­den, mit de­nen po­ten­zi­el­le Straf­tä­ter und Straf­ta­ten an be­stimm­ten Or­ten er­rech­net wer­den, schon längst ge­nutzt. In Deutsch­land da­ge­gen ist der Ein­satz die­ser als Pre­dic­ti­ve Po­li­cing be­kannt ge­wor­de­ne Stra­te­gie bis­lang nur bei der Vor­her­sa­ge von Woh­nungs­ein­brü­chen in be­stimm­ten räum­li­chen und zeit­li­chen Gren­zen er­laubt. Die Vor­her­sa­ge ba­siert auf dem so­ge­nann­ten „Ne­ar Re­pe­at“-Phä­no­men; man geht al­so da­von aus, dass Woh­nungs­ein­brü­che nicht sel­ten in zeit­li­cher und räum­li­cher Nä­he wei­te­re Ein­bruchs­de­lik­te nach sich zie­hen. Wird ei­ne sol­che Pro­gno­se er­stellt, kann die Po­li­zei Maß­nah­men er­grei­fen, um Ein­brü­che in dem spe­zi­el­len Ge­biet zu ver­hin­dern.

Doch wird es hier­zu­lan­de da­bei blei­ben? Vor dem Hin­ter­grund der zu­neh­men­den di­gi­ta­len Über­wa­chung und Da­ten­er­fas­sung in al­len Le­bens­be­rei­chen ist zu er­war­ten, dass Al­go­rith­mus-ba­sier­te Tech­no­lo­gi­en bald auch in an­de­ren Be­rei­chen der Po­li­zei­ar­beit und der Straf­jus­tiz Ein­zug hal­ten. An­ge­sichts von Per­so­nal­not und knap­per öf­fent­li­cher Kas­sen ist die­se Res­sour­cen scho­nen­de Stra­te­gie durch­aus at­trak­tiv. Zu­gleich gilt es aber mög­li­che recht­li­che und ge­sell­schaft­li­che Pro­ble­me zu er­ken­nen und zu klä­ren. Die ak­tu­el­le Aus­ga­be (Häl­ter­lein, Jens & Os­ter­mei­er, Lars (Guest Edi­tors). Spe­ci­al Is­sue: Pre­dic­ti­ve Se­cu­ri­ty Tech­no­lo­gies. In: Eu­ro­pean Jour­nal for Se­cu­ri­ty Re­se­arch. Vo­lu­me 3, Is­sue 2, Sprin­ger, Ber­lin, 2018) ver­mit­telt einen Über­blick über die An­wen­dung und Wirk­sam­keit, den wis­sen­schaft­li­chen For­schungs­stand so­wie mög­li­che Chan­cen und Ri­si­ken von Pre­dic­ti­ve Se­cu­ri­ty Tech­no­lo­gies.