Seit Be­kannt­wer­den der so­ge­nann­ten Snow­den-Ent­hül­lun­gen wur­de ei­ner brei­te­ren Öf­fent­lich­keit be­wusst, wel­ches Po­ten­zi­al die mo­der­ne Com­pu­ter­tech­nik für die Spei­che­rung von per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten bie­tet und welch im­men­se Da­ten­men­gen ge­spei­chert wer­den kön­nen. Dies ge­schieht be­reits tat­säch­lich.


Re­gie­run­gen im In- und Aus­land set­zen die­se Tech­nik un­ter Ein­satz er­heb­li­cher fi­nan­zi­el­ler und per­so­nel­ler Mit­tel ein. Ge­för­dert wird ei­ne der­ar­ti­ge Ent­wick­lung durch einen größ­ten­teils un­kri­ti­schen öf­fent­li­chen Dis­kurs. In­halt­lich geht es hier um dro­hen­de, un­kal­ku­lier­ba­re Ri­si­ken des in­ter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus wie auch der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät. Nach An­sicht der na­tio­na­len Si­cher­heits­be­hör­den ist mit den her­kömm­li­chen rechts­staat­lich un­be­denk­li­chen Me­tho­den der Ge­fah­ren­ab­wehr und Straf­ver­fol­gung ei­ne aus­rei­chen­de Ri­si­komi­ni­mie­rung nicht mög­lich.

Auch der deut­sche und eu­ro­päi­sche Ge­setz­ge­ber hat dar­auf mit der Ver­schär­fung be­ste­hen­der und mit der Ein­füh­rung neu­er ‚Si­cher­heits­ge­set­ze‘ auf tat­säch­li­che oder ver­meint­li­che neue Be­dro­hungs­la­gen rea­giert. Sie sind im Grenz­be­reich von Prä­ven­ti­ons- und Straf­recht zu ver­or­ten und da­her recht­lich stets be­son­ders pro­ble­ma­tisch. Die­se Ent­wick­lung bie­tet An­lass zu
ei­ner kri­ti­schen Dis­kus­si­on dar­über, wie und in wel­chen Gren­zen west­li­che, rechts­staat­lich ver­fass­te Staa­ten ih­re Auf­ga­ben der Si­cher­heits(vor-)sor­ge und der ver­fas­sungs­recht­lich ver­an­ker­ten Frei­heits­ge­wäh­run­gen er­fül­len kön­nen. Ei­ne De­bat­te, die um­so dring­li­cher ist, da die Ent­wick­lung in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten in be­un­ru­hi­gen­der Wei­se auf­zeigt, wie und in wel­chem Aus­maß Da­ten ge­sam­melt wer­den und wo­für sie Ver­wen­dung fin­den: bei­spiel­haft sei auf die so­ge­nann­te No-Fly List, die Ter­ro­rist Watch List oder auf Tar­ge­ted Kil­lings / Dro­ne Strikes ver­wie­sen, die auf der Grund­la­ge der au­to­ma­ti­sier­ten Aus­wer­tung von mas­sen­haft ge­sam­mel­ten Da­ten be­ru­hen.

Im Rah­men der Ta­gung „Trans­at­lan­tic Dia­logue on Sur­veil­lan­ce Me­thods“ am 18. und 19. De­zem­ber 2014 am Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches  und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht in Frei­burg wer­den sich in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­te Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler von bei­den Sei­ten des At­lan­tiks zu­sam­men­set­zen. Es geht in ers­ter Li­nie um die po­li­ti­sche, recht­li­che, tech­ni­sche und ethi­sche Di­men­si­on der big- da­ta sur­veil­lan­ce in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich und auf dem eu­ro­päi­schen Fest­land. Dis­kus­sio­nen und ge­gen­sei­ti­ger Aus­tausch sol­len die Gren­zen von Frei­heits­ge­wäh­rung und Si­cher­heits(vor-)sor­ge auf­zei­gen, in­ner­halb de­rer die Er­run­gen­schaf­ten ei­nes frei­heits­lie­ben­den und -si­chern­den Ge­mein­we­sens be­wahrt wer­den sol­len.

Die Ta­gung wird ge­mein­sam or­ga­ni­siert vom Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht (Frei­burg) und der rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tät der Wa­shing­ton and Lee Uni­ver­si­ty, Le­xing­ton (Vir­gi­nia, USA) un­ter Mit­wir­kung des Kom­pe­tenz­netz­werks für das Recht der zi­vi­len Si­cher­heit in Eu­ro­pa (KOR­SE).

Es ist ei­ne be­grenz­te An­zahl von Plät­zen für ex­ter­ne Teil­neh­mer ver­füg­bar. In­ter­es­sen­ten kön­nen sich form­los bei Frau Dr. Ca­ro­lin Hil­le­manns (c.hil­le­manns@mpicc.de) an­mel­den.