Strafverfahrensreform in Lateinamerika

 
Projektkategorie: Forschungsprojekt
Organisatorischer Status: Institutsprojekt
Projektlaufzeit: Projektbeginn: 1997
Projektende: 2000
Projektstatus: abgeschlossen

Leitung

Mitarbeit

  • Verschiedene Bearbeiterinnen und Bearbeiter
Lateinamerika befindet sich derzeit in einem grundlegenden Reformprozess auf dem Gebiet des Strafprozessrechts. In nahezu allen Ländern wird das traditionelle schriftliche Inquisitionsverfahren vom mündlichen Akkusationsprozess abgelöst (vgl. Ambos, Rechtsberatung in Lateinamerika als Aufgabe der Strafrechtswissenschaft, ZStW 108, 445-456 [1996]; ders., ZStW 110 [1997], 225-251). Doch fehlt es an einem Informationsaustausch zwischen den betroffenen Staaten. Deshalb wurde mit dem Rechtsstaatsprogramm der Konrad-Adenauer-Stiftung (CIEDLA, Sitz: Buenos Aires, Argentinien) die Durchführung eines gemeinsamen Forschungsprojekts vereinbart, dessen Ziel es ist, den Stand des geltenden Strafverfahrensrechts und der Reformen zu ermitteln.
Ein in Absprache mit den genannten Personen und Institutionen erstellter Gliederungsentwurf wurde auf einem Workshop mit den Länderberichterstattern am 4.11.1997 in Santiago de Chile diskutiert und in leicht veränderter Form verabschiedet. Der Workshop wurde von Maier und Eser geleitet. Aus folgenden Ländern nahmen Berichterstatter teil: Argentinien, Brasilien, Cuba, Chile, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela. Die verhinderten Berichterstatter aus Kolumbien, Bolivien und Mexiko wurden mündlich über die Ergebnisse des workshop unterrichtet. Alle Berichterstatter wurden Anfang 1998 vom KAS-Büro in Buenos Aires förmlich zur Abgabe ihrer Landesberichte bis Ende Juni 1998 aufgefordert. Die Landesberichte werden von einer Redaktionsgruppe (Maier, Guariglia, Pastor, Struensee, Ambos, Woischnik) geprüft und mit den Berichterstattern mündlich oder auf schriftlichem Wege diskutiert. Eine allgemeine Einführung zu den Länderberichten wird von Maier und Struensee erstellt. Der rechtsvergleichende Querschnitt wird im Max-Planck-Institut (Ambos/Woischnik) erarbeitet. Die Untersuchungsergebnisse sollen in spanischer Sprache, gegebenenfalls auch (teilweise) in deutscher Sprache veröffentlicht werden.

Publikationen (Auswahl)

  • Die zugehörige Veröffentlichung von Julio B. J. Maier, Kai Ambos, Jan Woischnik mit dem Titel "Las Reformas Procesales Penales en América Latina" ist in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung im Ad-Hoc-Verlag, Buenos Aires, erschienen und kann direkt vom Verlag bezogen werden.
  • Weitere zum Projekt vorliegende Veröffentlichungen:

    • Ambos, K., Rechtsberatung in Lateinamerika als Aufgabe der Strafrechtswissenschaft. Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft 108, 445-456 (1996);
      - in spanischer Fassung: El asesoramiento jurídico en Latinoamérica como tarea de la ciencia jurídico-penal. Revista Brasileira de Ciências Criminais (Instituto Brasileiro de Ciências Criminais, Sao Paulo) 21 (1998), 35-43;
      aktualisiert in: Cuadernos de Política Criminal (Madrid) 66 (1998), 743-754
    • Ambos, K., Strafprozeßreform in Lateinamerika. Normalverfahren und abgekürztes Verfahren in den neuen Strafprozeßordnungen von Chile, Bolivien, Venezuela, Paraguay und Uruguay. Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft 110, 225-251 (1998);
      - erweiterte Fassung: Strafprozeßreform in Lateinamerika im Vergleich. Länderanalysen und strukturelle Probleme. In: Helen Ahrens/Detelf Nolte (Hrsg.), Rechtsreformen und Demokratieentwicklung in Lateinamerika. Frankfurt a.M. 1999, 175-206.
      - in spanischer Fassung: Procedimientos abreviados en el proceso penal alemán y en los proyectos de reforma sudamericanos. Revista de Derecho Procesal (Spanien) No. 3 (1997), 545-597;
      auch in: Cuadernos de Doctrina y Jurisprudencia Penal (Argentinien/Argentina) 4/5 (1997), 275-326; Revista Peruana de Ciencias Penales 5 (1995, veröffentlicht 1997), 11-69; Revista Peruana de Derecho Procesal II (1998), 173-208.
  • Geändert am: 14.12.2017
  • Top