Cueno

E-Learning im Strafrecht

Cueno ist ein Online-Programm, mit dem strafrechtliche Inhalte Studierenden, Wissenschaftlern und anderen interessierten Personen zur Verfügung gestellt werden können. Nutzer können dabei miteinander interagieren und Lernzeit und -ort, Geschwindigkeit und Lernpfad selbst wählen. Umfangreiche Vertiefungsteile wie etwa rechtsvergleichende Informationen über 15 Länder, kriminologische Texte oder Fallanalysen von anerkannten Experten sorgen für ein ansprechendes Niveau.

Projektkategorie: Forschungsprojekt
Organisatorischer Status: Referatsprojekt
Projektlaufzeit: Projektbeginn: 2003
Projektende: 2005
Projektstatus: abgeschlossen
Systematische Gliederungspunkte: E-Learning; StGB AT; StGB BT; StPO

Leitung

Mitarbeit

  • Nadine Gröseling
  • Frank M. Höfinger
  • Malaika Nolde, LL.M.

Forschungsgegenstand

Gegenstand dieses Rechtsinformatik-Projekts ist die Erforschung spezifisch juristischer Wissensvermittlung. Während in anderen Wissenschaftszweigen seit dem 19. Jahrhundert ein Trend zur Visualisierung zu erkennen war und der Einsatz von Multimedia inzwischen weit verbreitet ist, zeigt sich die Rechtswissenschaft hiervon beinahe unberührt. Im Rahmen des Projekts soll eine Online-Plattform für strafrechtliche Inhalte etabliert werden, die Studierenden und Wissenschaftlern gleichermaßen zugänglich ist und über die Inhalte multimedial zur Verfügung gestellt werden können, um auf diese Weise einen möglichst großen Wissenstransfer erreichen zu können.

Die fachlich relevanten Inhalte sollen zum einen ähnlich einem Lehrbuch vermittelt werden, allerdings unter Ausnutzung der Möglichkeiten der modernen Informationstechnologie. So können Visualisierungen, Videos und Animationen ebenso eingesetzt werden wie Text oder Ton. Inhalte sollen darüberhinaus auch individuell vertieft werden können, z.B. über den Zugriff auf rechtsvergleichende Informationen, kriminologische Erläuterungen oder durch die Darstellung rechtsgeschichtlicher Entwicklungen im jeweiligen Kontext. Der gerade im Strafrecht wichtigen Beschäftigung mit Fällen aus Theorie und Praxis begegnet das Projekt mit einem eigenen Trainingsmodul, das den Nutzer von einer ersten multimedial aufbereiteten Darstellung des Sachverhalt-Kernproblems ausgehend langsam an die Rechtsfragen des Falles heranführt. Die Lösung wird dabei nicht lediglich präsentiert, sondern im Rahmen des Programms durch den Lerner schrittweise erarbeitet. Einige Fälle werden zudem von Rechtsexperten in Form von Video-Statements kommentiert, so dass die dargestellte Lösung kritisch hinterfragt werden kann. Kommunikationsmöglichkeiten wie Chaträume und Foren ermöglichen den Nutzern schließlich die Kontaktaufnahme zu anderen Personen mit gleichen Interessen.

Förderung / Finanzierung

Das Projekt wurde an der Universität München begonnen und vom Bayerischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert. Das Projekt wird u.a. über die virtuelle Hochschule Bayern (VHB) jungen Studierenden zur Verfügung gestellt.

Ergebnisse / Stand

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden die Plattform selbst, eine Einführungs- und zwei wissenschaftliche Lektionen („Mord und Totschlag“ und „Diebstahl und Unterschlagung“) fertiggestellt. Die Lektion „Mord und Totschlag“ ist dabei für einen Lernumfang von bis zu 50 Stunden ausgelegt, das Kapitel „Diebstahl und Unterschlagung“ kann in bis zu 70 Stunden bearbeitet werden.
  • Geändert am: 14.12.2017
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