Forschungsprofil

Die Konzeption des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht baut auf unterschiedlichen, einander ergänzenden Untersuchungsansätzen und theoretischen Perspektiven strafrechtlicher und kriminologischer Forschung auf. Im Mittelpunkt der Arbeit beider Abteilungen des Instituts stehen die Folgen des gesellschaftlichen Wandels auf den Gebieten der Strafrechtsentwicklung, Kriminalität und Sozialkontrolle, die unter Begriffen wie „Globalisierung und Internationalisierung" sowie „Informations- und Risikogesellschaft" beschrieben werden und nur noch interdisziplinär erfasst werden können. Die Forschung ist deshalb auch von dem Ziel geprägt, die Forschungsprogramme beider Abteilungen enger aufeinander abzustimmen.

Ausgangspunkt hierfür ist das Postulat „Strafrecht und Kriminologie unter einem Dach", mit dem Hans-Heinrich Jescheck das Ziel einer Gesamten Strafrechtswissenschaft umrissen hat. Kennzeichen dieser Gesamten Strafrechtswissenschaft ist ein interdisziplinärer strafrechtlich-kriminologischer Ansatz, der Fortschritte in der Theorie des Strafrechts und der strafrechtlichen Sozialkontrolle verfolgt. Diese Zielstellung wird von den Abteilungen Strafrecht und Kriminologie mit ihren unterschiedlichen, sich gegenseitig ergänzenden Methodenschwerpunkten und theoretischen Ausgangspunkten in konzeptuell aufeinander abgestimmten Forschungsprogrammen umgesetzt. Die strafrechtliche Abteilung forscht zur Strafrechtstheorie und analysiert Themenstellungen vor allem auf der Grundlage von normativen Untersuchungsansätzen der Strafrechtsvergleichung. Die kriminologische Abteilung arbeitet zu theoretischen Ansätzen der Erklärung von Kriminalität und sozialer Kontrolle und untersucht die Erscheinungsformen sowie Ursachen von Kriminalität und die Entwicklung sozialer Kontrolle auf der Grundlage von Methoden der empirischen Sozialforschung. Die gemeinsamen Fragestellungen der beiden Abteilungen sind vor allem Risiko, Gefährlichkeit und Prävention, Globalisierung, Internationalisierung und Vernetzung sowie Informationsgesellschaft und Informationstechnologie.

  • Geändert am: 16.07.2015
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