Forschungskooperationen

Europäischer Raum

Zu den Forschungsprojekten und Kooperationen im europäischen Raum zählen u.a. das bereits erwähnte Projekt Internationale Zusammenarbeit in der Telekommunikationsüberwachung; das Drittmittelprojekt über Grundlagenfragen der Geldwäschekontrolle, das von der EU finanzierte Projekt Victims and Corporations – Implementation of Directive 2012/29/ EU for Victims of Corporate Crimes and of Corporate Violence“ in Zusammenarbeit mit der Università Cattolica del Sacro Cuore Mailand (PI) und der Katholieke Universiteit Leuven; das von der DFG und dem CNRS unterstützte Projekt POLIS (Polizei und Jugendliche in multiethnischen Gesellschaften), das gemeinsam mit der Universität Grenoble getragen wird; das in Kooperation mit neun europäischen Universitäten durchgeführte Projekt „Restrictions and Disenfranchisement of Certain Civil and Political Rights after Conviction“.  

Im Jahr 2015 wurde das Projekt „Developing Integrated Responses to Sexual Violence: An interdisciplinary research project on the potential of restorative justice” beendet, an dem das Max-Planck-Institut neben sechs weiteren Projektpartnern und -partnerinnen aus verschiedenen europäischen Ländern (Belgien, Irland, den Niederlanden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien) beteiligt war. In diesem von der Europäischen Kommission geförderten Daphne 2011 Projekt wurde untersucht, ob und wie der Restorative-Justice-Ansatz auch im Bereich von Sexualstraftaten eine effektive alternative Intervention im Rahmen der Strafverfolgung darstellen kann. Ergebnisse dieser Kooperation waren u.a. ein Sammelband und eine Monographie sowie ein Practice Guide, zu denen Dr. Gunda Wößner beitrug. Eine intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Balkanregion ermöglicht die Kooperation mit der Universität Zagreb im Rahmen der Max Planck Partner Group for Balkan Criminology (MPPG). Darüber hinaus werden im Bereich der Lehre seit 2006 zusammen mit der Universität Pécs im jährlichen Wechsel strafrechtliche bzw. kriminologische Sommerkurse abgehalten.

Zwischen der kriminologischen Abteilung des Max-Planck-Instituts und dem „National Institute of Criminology of Hungary (OKRI)“ hat sich in den letzten zehn Jahren eine Kooperation etabliert, die in regelmäßigen und stetig an Sichtbarkeit gewinnenden gemeinsamen Veranstaltungen mündete. Um diese international etablierte Kooperation fortzuführen und zu erweitern, fand im März 2018 der eintägige Workshop „Challenges for Criminal Psychology in Times of Insecurity and Globalization” im Freiburger Max-Planck-Institut statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen ungarischen Forschungseinrichtungen und dem Institut präsentierten und diskutierten empirische Forschungsergebnisse zu verschiedenen aktuellen Themen wie z.B. objektiver und subjektiver Sicherheit, Opfern von Unternehmenskriminalität in einem globalisierten Kontext oder zu neueren, z.B. neurobiologischen Erkenntnissen der Jugendkriminalität. In diesem Rahmen kam ein reger Austausch zu der Frage zustande, was die Kriminalpsychologie im 21. Jahrhundert zu den gesellschaftlich drängenden Fragen zu bieten hat.

Mit der Universität Bern und der Università Cattolica del Sacro Cuore in Mailand ist insbesondere die am Institut angesiedelte International Max Planck Research School on Retaliation, Mediation and Punishment durch Kooperationsvereinbarungen im Rahmen ihres Ausbildungsprogramms weiterhin eng in Form von jährlich stattfindenden Doktorandenseminaren respektive Tagungen und einem gemeinsamen Forschungsvorhaben verbunden.

Ferner ging auf das Institut die Gründung der European Criminology Group on Atrocity Crimes and Transitional Justice im Rahmen der jährlichen Konferenz der European Society of Criminology im Jahre 2012 zurück. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist, die Strafrechtswissenschaft und Kriminologie in der Disziplin des Völkerstrafrechts und Übergangsgerechtigkeit zu stärken und die Vernetzung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser Fachrichtung weiter zu fördern.

Darüber hinaus gibt das Institut in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus allen EU-Staaten das Onlinejournal „eucrim – The European Criminal Law Association’s Forum“, eine europaweite Plattform für das europäische Strafrecht, sowie das Journal for Security Research in Kooperation mit dem European University Institute, Florenz, und der Ecole Centrale Paris heraus. Schließlich ist das Institut federführend im European Criminal Law Academic Network (ECLAN) vertreten, das Lehre und Forschung zum Europäischen Strafrecht in Kooperation mit 31 meist universitären Partnern befördert.


Russische Föderation, Mongolei und Kaukasus

Die russisch-deutsche Zusammenarbeit findet in der Kooperation mit der Moskauer Lomonossow-Universität, mit der Kant-Universität Kaliningrad sowie mit der Universität von St. Petersburg ihre Fortsetzung. Auch mit den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, insbesondere mit der Mongolei, der Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbeidschan, wurde der wissenschaftliche Austausch weiter vertieft, was sich in der Verleihung zweier Ehrendoktorwürden an Prof. Dr. Hans-Jörg Albrecht im September 2016 durch die Law Enforcement University in Ulan Bator/ Mongolei sowie im Mai 2017 durch die Technische Universität in Tiflis/Georgien widerspiegelt. In Georgien waren dem zahlreiche gemeinsame wissenschaftliche Veranstaltungen sowie das mit der Robakidze-Universität in Tiflis gemeinsam gegründete Transkaukasische Forschungszentrum für Kriminalitätsprävention und vergleichende Kriminologie vorausgegangen. Entsprechendes gilt für die Verleihung von zwei Ehrendoktorgraden an Prof. Sieber durch die West University in Timişoara/Rumänien (2016) und die Freie Universität Burgas/Bulgarien (ebenfalls 2016). Darüber hinaus werden regelmäßig wissenschaftliche Veranstaltungen in der Region des Südkaukasus in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten organisiert, die sich vor allem mit den Themen Strafprozessreform und Verfahrenspraxis in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion und Fragen der Menschenrechte und des Menschenrechtsschutzes beschäftigen.

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