Forschungskooperationen

Türkei

Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Türkei war im Berichtszeitraum weiterhin sehr intensiv. 60 Forschungsaufenthalte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus mehreren türkischen Universitäten konnten am Max-Planck-Institut verzeichnet werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts waren ihrerseits bei Veranstaltungen verschiedener Universitäten (z.B. Istanbul Universität, Süleyman Demirel Universität Isparta, Başkent Universität Ankara) und sonstiger Institutionen mit Vorträgen aktiv vertreten. 2016 fand wieder eine gemeinsame Tagung des Instituts, der Bahçeşehir-Universität, des türkischen Kassationshofs und der türkischen Justizakademie in Ankara statt. Im Rahmen der etablierten Kooperation mit der Bahçeşehir-Universität (vgl. Forschungsbericht 2012–2014, S. 197 ff.) erschien in der gemeinsamen Publikationsreihe 2016 ein weiterer Band, an dessen Veröffentlichung sich auch die Türkische Justizakademie beteiligte (Band T 3: Nuhoğlu, A., Sieber, U. & Tellenbach, S. (eds.) (2016): Alman ve Türk Ceza Hukukunun Güncel Sorunları – Aktuelle Probleme im deutschen und türkischen Strafrecht, Ankara). In Planung ist darüber hinaus ein Band T 4 mit gesammelten und ins Türkische übersetzten Aufsätzen von Prof. Dr. Ulrich Sieber. Die Bahçeşehir-Universität baute die Max-Planck-Zweigbibliothek mit zahlreichen Neuanschaffungen deutscher Literatur, die ihr vom Institut empfohlen worden war, aus. Die Bibliothek wird in zunehmendem Maße auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus anderen türkischen Universitäten genutzt.

Die langjährige Leiterin des Referats Türkei, Iran und arabische Staaten am Institut, Dr. Silvia Tellenbach, erhielt in Anerkennung und Würdigung ihrer Leistungen und Verdienste um und für die türkische Strafrechtswissenschaft und ihre Verbindung zur deutschen Strafrechtswissenschaft am 23. September 2017 die Ehrendoktorwürde der Bahçeşehir-Universität.


Iran

Die Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an iranischen Universitäten konnte 2015–2017 weiter intensiviert werden. So sind 84 Besuche iranischer Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus mehreren iranischen Universitäten zu verzeichnen, die zu Forschungsaufenthalten an das Institut kamen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts wiederum waren bei Veranstaltungen verschiedener Universitäten im Iran mit Vorträgen vertreten. Auch wurde die Zusammenarbeit mit der Allameh Tabatabaei Universität erfolgreich weitergeführt. Im August 2015 boten Wissenschaftler des Instituts eine Summer School in Teheran mit Kursen zu den Themen „German National Criminal Law: Exploring the Principle of German Criminal Law“, „International Criminal Law“ sowie „Criminology: Victimology – Victim’s Rights – Mediation“ an. Im Januar 2017 veranstalteten die Allameh Tabatabaei Universität, das Institut und das BMJV in Freiburg eine zehntägige Winter School für 12 iranische Doktorandinnen und Doktoranden von vier iranischen Universitäten zum Thema "Criminal Procedure in a State of Law – The Example of Germany". Die Veranstaltung fand so großen Anklang, dass eine baldige Wiederholung angestrebt wird.

In Anerkennung und Würdigung ihrer wissenschaftlichen Errungenschaften erhielt Dr. Silvia Tellenbach zwei Festschriften, die erste 2016, herausgegeben von Prof. Gholami, Allameh Tabatabaei Universität, und die zweite 2017, herausgegeben von Prof. Rahmdel, Azad Universität, und Prof. Bashiriyeh, Allameh Tabatabaei Universität.


China

In der Zusammenarbeit mit China erfolgte 2013 die Gründung des Cooperation Center on Modernization and Civilization of the Judicial System in China, gemeinsam mit der China University of Political Science and Law (CUPL) sowie 17 weiteren internationalen Partnern. Diese Initiative stellt den Hintergrund einer weiteren bilateralen Kooperationsvereinbarung zwischen dem Institut und der CUPL dar, die sowohl die Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte sowie Konferenzen und Summer Schools als auch die 2013 erfolgte Einrichtung des weiterhin am Institut angesiedelten Center for Chinese Legal Studies zum Gegenstand hat. Beide Direktoren unterhalten intensive Vortrags- und Lehrtätigkeiten an den renommierten chinesischen Universitäten, an denen sie z.T. einen Gastprofessorenstatus innehaben. So ist Prof. Dr. Ulrich Sieber Gastprofessor an den Juristischen Fakultäten der Peking-Universität, der Renmin-Universität, der Beijing Normal University und der Universität Wuhan. Prof. Dr. Hans-Jörg Albrecht ist Gastprofessor am Institut für Strafrecht der China-Universität für Politik und Recht sowie an der Juristischen Fakultät der Universität Beijing und am College for Criminal Law Science (Beijing Normal University), an den Juristischen Fakultäten der Universität Hainan, der Renmin-Universität, der Universität Wuhan und an der China University for Political Science and Law und schließlich an der Dalian Ocean University. Infolge dessen wurde Prof. Albrecht im Mai 2017 für seine Verdienste um die deutsch-chinesische akademische Zusammenarbeit und Lehre mit dem „2016 International Educator in China Award“ des Information Research Center of International Talents bei der State Administration of Foreign Experts Affairs (SAFEA) der VR China ausgezeichnet.

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