Forschungskooperationen

a) Weltweite Kooperationen

Neben weltweiten Kooperationen legt das Institut in seiner internationalen Zusammenarbeit vor allem geografische Schwerpunkte.

Eine weltweite Zusammenarbeit erfolgte im Berichtszeitraum auf dem Gebiet der Strafrechts vergleichung insbesondere in dem langjährigen Projekt „Max-Planck-Informationssystem für Strafrechtsvergleichung“, dem Projekt „Internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Telekommunikationsüberwachung“ und im rechtsvergleichenden Projekt „Prevention, Investigation and Sanctioning of Economic Crime“. In dem Projekt Max-Planck-Informationssystem kooperieren beispielsweise seit über 10 Jahren mehr als 40 Autorinnen und Autoren aus über 30 Staaten.

Auch in den großen internationalen Vereinigungen für Strafrecht und für Rechtsvergleichung besteht eine weltweite Zusammenarbeit: mit der Association Internationale de Droit Pénal (AIDP), der Société Internationale de Défense Sociale pour une Politique Criminelle Humaniste (SiDS) und der International Academy of Comparative Law (IACL). So veranstaltete das Max-Planck-Institut gemeinsam mit der AIDP und einigen renommierten europäischen Universitäten die „2018 AIDP Conference and International Colloquium on Section III of the XXth AIDP International Congress of Penal Law: Prevention, Investigation, and Sanctioning of Economic Crime“ vom 18.–23.06.2018 in Freiburg i.Br. Rund 200 ausgewiesene Expertinnen und Experten auf dem Gebiet des Wirtschaftsstrafrechts diskutierten – mit Bezug zum Wirtschaftsstrafrecht – die aktuellen Veränderungen der Kriminalität, des Strafrechts und der Kriminalpolitik in der globalen Informations- und Risikogesellschaft. Die damit einhergehenden neuen Herausforderungen an das Strafrecht, insbesondere die Rolle des Strafrechts in dem neu entstehenden präventiv orientierten Sicherheitsrecht und vor allem die alternativen Systeme der Sozialkontrolle (u.a. das Verwaltungsstrafrecht, Bestimmungen zur Geldwäschebekämpfung, Vorschriften zu Verfall und Einziehung, privatrechtliche Compliance-Programme) standen im Zentrum der Debatten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwarfen Empfehlungen an die Politik, die im Rahmen des XXth AIDP International Congress of Penal Law in Rom (2019) verabschiedet werden sollen. Leitfragen waren dabei zum einen, wie effektiv derartige alternative Sanktionssysteme Wirtschaftskriminalität einhegen können und welche menschen- und bürgerrechtlichen Garantien sie beinhalten sollten und müssten.

Im Bereich der Kriminologie arbeitet das Institut seit 2006 mit dem United Nations Interregional Crime and Justice Research Institute zusammen; gemeinsam geben sie die Onlinezeitschrift „F3 – Freedom from Fear Magazine“ zu geopolitischen Fragestellungen heraus.


b) Geografische Schwerpunkte

Geografisch liegen die Schwerpunkte der internationalen Zusammenarbeit auf dem europäischen Raum, der Russischen Föderation, der Mongolei, der Ukraine und dem Südkaukasus, der Türkei und dem Iran, China sowie Lateinamerika sowie neuerdings auf Kanada und Australien. Europäische Kooperationen ergeben sich dabei vor allem aus der gewachsenen Zuständigkeit der Europäischen Union in den Bereichen Kriminalitätsprävention und Strafrechtsharmonisierung sowie aus dem zunehmenden Bedürfnis europäischer Staaten, gemeinsame Strategien in der Kriminalpolitik zu verfolgen. Ein weiterer Schwerpunkt betrifft Staaten und Regionen, die von politischer und sozialer Transition und/oder wirtschaftlicher Transformation gekennzeichnet sind, wie insbesondere die Volksrepublik China, die Mongolei, die Region Lateinamerika, die Balkanregion, die Russische Föderation, die Region des Südkaukasus, die Republik Türkei und die Islamische Republik Iran. Die neuen Kooperationen mit Kanada und Australien fokussieren sich auf die Bearbeitung gemeinsamer Forschungsinteressen im Bereich der Terrorismusforschung und Forschung zu Sexualstraftätern sowie zur urbanen Gewaltdelinquenz.

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