In Zu­sam­men­ar­beit mit dem in Pe­king an­säs­si­gen For­schungs­zen­trum für Straf­recht der Chi­na-Hoch­schu­le für Po­li­tik und Recht un­ter­sucht das Max-Planck-In­sti­tut in ei­nem ge­mein­sa­men For­schungs­pro­jekt der straf­recht­li­chen und der kri­mi­no­lo­gi­schen For­schungs­grup­pe ver­glei­chend für Chi­na und Deutsch­land, wel­che recht­li­chen Mög­lich­kei­ten für Kri­mi­nal­po­li­zei und Staats­an­walt­schaf­ten be­ste­hen, Straf­ver­fah­ren oh­ne rich­ter­li­ches Ur­teil zu be­en­den. Ne­ben der zen­tra­len Un­ter­su­chung des Rechts des chi­ne­si­schen Fest­lan­des wird auch das Recht der Son­der­ver­wal­tungs­zo­ne Hong­kong mit be­rück­sich­tigt.

Über die nor­ma­ti­ve Ana­ly­se hin­aus soll em­pi­risch er­mit­telt wer­den, in­wie­weit Po­li­zei und Staats­an­walt­schaf­ten von sol­chen Di­ver­si­ons­be­fug­nis­sen Ge­brauch ma­chen und wel­che Auf­fäl­lig­kei­ten sich aus die­ser Pra­xis er­ken­nen las­sen. Ziel der Un­ter­su­chung ist es, fest­zu­stel­len, wie in bei­den Län­dern das Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen Rechts­staat­lich­keit des Ver­fah­rens, Ef­fi­zi­enz und Kon­trol­le der Straf­ver­fol­gungs­or­ga­ne und Gleich­be­hand­lung der Straf­tä­ter so­wohl nor­ma­tiv wie fak­tisch auf­ge­löst wird. Da­zu wer­den ne­ben der Er­fas­sung von sta­tis­ti­schen Da­ten zur Ein­stel­lung der Straf­ver­fah­ren vor al­lem Po­li­zis­ten und Staats­an­wäl­te be­fragt. Die Stu­die soll auch da­zu die­nen, rechts­po­li­ti­sche Schluss­fol­ge­run­gen in kon­kre­ter und ge­ne­rel­ler Form zu er­ar­bei­ten.

Nach Er­schei­nen des chi­ne­sisch­spra­chi­gen Ban­des im Ver­lag Zhong­guo Jian­cha Chu­bans­he er­folg­te im Herbst 2002 auch die Pu­bli­ka­ti­on des eng­lisch­spra­chi­gen Ban­des in der Rei­he der "In­ter­dis­zi­pli­nären Un­ter­su­chun­gen aus Straf­recht und Kri­mi­no­lo­gie".

Fi­nan­zie­rung

Aus­wär­ti­ges Amt, Kul­tus­mi­nis­te­ri­um des Lan­des Ba­den-Würt­tem­berg