Ge­gen­stand der Stu­die ist die Kron­zeu­gen­re­ge­lung für or­ga­ni­siert be­gan­ge­ne Straf­ta­ten (Art. 5 KronzG). Die­se Vor­schrift, in Recht­spre­chung und Schrift­tum sel­ten er­wähnt, wird auf ih­re Ef­fek­ti­vi­tät hin un­ter­sucht. Ei­ne der zen­tra­len Fra­gen der Ar­beit lau­tet: Hat Art. 5 KronzG bis­lang zur Be­kämp­fung der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät bei­ge­tra­gen bzw. kann die Vor­schrift einen sol­chen Bei­trag über­haupt leis­ten?

Die­se Fra­ge wird so­wohl auf theo­re­ti­scher als auch auf em­pi­ri­scher Ebe­ne un­ter­sucht: Die Da­ten des 1999 durch­ge­führ­ten em­pi­ri­schen For­schungs­pro­jek­tes "Das Kron­zeu­gen­ge­setz im Ur­teil der Pra­xis" wer­den in der Stu­die zu den theo­re­ti­schen Er­kennt­nis­sen in Be­zug ge­setzt. Da­ne­ben be­fasst sich ein we­sent­li­cher Teil der Stu­die mit der Rechts­la­ge in Ita­li­en. Dort ist das In­sti­tut der Kron­zeu­gen­re­ge­lung an­ge­sichts der mas­si­ven Be­dro­hung durch die or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät stark aus­ge­baut und viel­fach an­ge­wandt wor­den. Die jüngs­ten Er­fah­run­gen wur­den im Rah­men der auf­se­hen­er­re­gen­den Pro­zes­se ge­gen Gi­u­lio An­dreot­ti ge­won­nen und ha­ben den ita­lie­ni­schen Ge­setz­ge­ber zu er­heb­li­chen Re­for­men ver­an­lasst.

Die Stu­die kommt zu dem Er­geb­nis, dass dem In­sti­tut der Kron­zeu­gen­re­ge­lung in der Pra­xis durch­aus Be­deu­tung zu­kommt, dass je­doch Art. 5 KronzG kei­ne hand­hab­ba­re Vor­schrift dar­stellt. Gleich­zei­tig wer­den ver­schie­de­ne, im Rah­men der em­pi­ri­schen Un­ter­su­chung des Art. 5 KronzG so­wie bei der Ana­ly­se der ita­lie­ni­schen Rechts­la­ge her­aus­ge­ar­bei­te­te Aspek­te auf­ge­zeigt, die bei ei­ner Neu­fas­sung der Kron­zeu­gen­re­ge­lung be­rück­sich­tigt wer­den soll­ten.