Das Thema Doping ist von großer sozialer, ökonomischer und damit auch rechtspolitischer Bedeutung. Der Umgang mit der Problematik ist schwierig und aktuell hoch umstritten, was bereits daran deutlich wird, dass die Herangehensweise der beiden gewählten Vergleichsländer an das Thema sehr unterschiedlich ausfällt.

For­schungs­ge­gen­stand:

Als Leit­fa­den der Ar­beit dient die Fra­ge, ob Do­ping in Deutsch­land straf­recht­lich sank­tio­niert wer­den soll­te. Da­zu wird die Ver­fol­gung von Do­ping aus straf­recht­li­cher und kri­mi­no­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve ana­ly­siert. Die Si­tua­ti­on und Ent­wick­lung in Deutsch­land wird der in Spa­ni­en ge­gen­über­ge­stellt, ei­nem Land mit zen­tra­ler Be­deu­tung für die Prak­ti­zie­rung und Be­kämp­fung des Do­pings in Eu­ro­pa, in dem die Straf­bar­keit des Do­pings seit 2006 ko­di­fi­ziert ist. Da­bei wer­den mit der in Spa­ni­en prak­ti­zier­ten for­mel­len Kon­trol­le und der in Deutsch­land statt­fin­den­den Selbst­re­gu­lie­rung zwei kri­mi­no­lo­gi­sche Grund­mo­del­le für Kon­troll­sys­te­me ge­gen­über­ge­stellt und de­tail­liert be­leuch­tet.

Un­ter­su­chungs­kon­zep­ti­on:

In ei­nem straf­recht­lich-theo­re­ti­schen Teil wird da­bei der Ent­ste­hung von Straf­tat­be­stän­den und von Straf­ver­fol­gungs­in­ter­es­se all­ge­mein nach­ge­spürt, so­wie sich zwangs­läu­fig stel­len­de Fra­gen zum be­trof­fe­nen Rechts­gut, des­sen Dis­po­ni­bi­li­tät oder dem Prin­zip der Selbst­ge­fähr­dung er­ör­tert.

An­schlie­ßend wer­den im kri­mi­no­lo­gisch-em­pi­ri­schen Haupt­teil die Strö­mun­gen und Ent­wick­lun­gen auf­ge­zeigt, die in Spa­ni­en zur Ko­di­fi­zie­rung führ­ten und ver­sucht zu be­ant­wor­ten, warum dies in Deutsch­land bis­her nicht ge­sche­hen ist. Vor- und Nach­tei­le bei­der We­ge wer­den dar­ge­legt, ana­ly­siert und kri­tisch hin­ter­fragt. Ins­be­son­de­re der Sinn und Nut­zen ei­ner straf­recht­li­chen Re­ge­lung wird an­hand von bis­her in Spa­ni­en ver­füg­ba­ren Fall­samm­lun­gen und Ge­richts­sta­tis­ti­ken ei­ner Prü­fung un­ter­zo­gen.

Ab­schlie­ßend stellt sich die Fra­ge, ob sich für Deutsch­land aus dem von Spa­ni­en ge­wähl­ten Weg Kon­se­quen­zen er­ge­ben, sprich ob auch hier ei­ne straf­recht­li­che Ver­fol­gung an­ge­zeigt wä­re. Eben­so soll ggf. er­ör­tert wer­den, wor­auf es bei ei­ner sol­chen Re­ge­lung an­kom­men wür­de und evtl. wie die­se aus­se­hen könn­te.

For­schungs­pla­nung:

Das Pro­blem Do­ping ist wis­sen­schaft­lich bis­her eher we­nig auf­ge­ar­bei­tet wor­den. Trotz An­re­gun­gen bspw. der NA­DA fehlt ins­be­son­de­re ei­ne rechts­ver­glei­chen­de Her­an­ge­hens­wei­se an das The­ma. Auf die­sem Ge­biet be­tritt die Ar­beit so­mit wis­sen­schaft­li­ches Neu­land.

Der Zeit­rah­men für die Er­stel­lung der Dis­ser­ta­ti­on ist auf ca. zwei Jah­re an­ge­legt. Die für Deutsch­land re­le­van­ten Pro­ble­me sind groß­teils theo­re­ti­scher Na­tur, die für Spa­ni­en ent­schei­den­den Aspek­te da­ge­gen seit 2006 be­reits prak­tisch in Um­set­zung. Um die For­schung da­für zu er­mög­li­chen, wird die Ar­beit haupt­säch­lich in Spa­ni­en er­stellt, die Uni­ver­si­tät von Va­len­cia stellt die not­wen­di­gen wis­sen­schaft­li­chen Res­sour­cen, wie Ar­beits­platz, Bi­blio­the­ken, Zu­gang zu Ge­set­zes­be­grün­dun­gen und an­de­ren Ent­ste­hungs­pro­to­kol­len so­wie Kon­tak­te zu am Ko­di­fi­zie­rungs­pro­zess be­tei­lig­ten Per­so­nen.