Das Buch soll eine kurze Darstellung des im türkischen Strafgesetzbuch enthaltenen Kernstrafrechts bieten, mit Schwerpunktsetzungen auf denjenigen Fragen, die nach der langjährigen Erfahrung der Autorin besonders häufig angesprochen werden. Dabei wird vor allem die Rechtsprechung dargestellt, die Lehre erst in zweiter Linie. Das ergibt sich auch aus dem Anliegen, der Praxis einen Leitfaden zu geben.

Fra­gen des tür­ki­schen Straf­rechts tau­chen auch in der deut­schen Recht­spra­xis im­mer wie­der auf. In Asyl­ver­fah­ren stel­len sich vor­nehm­lich Fra­gen nach dem Staats­schutz­straf­recht, in Ab­schie­be­ver­fah­ren ist oft das tür­ki­sche in­ter­na­tio­na­le Straf­recht von Be­deu­tung, vor al­lem die Ne-bis-in-idem-Pro­ble­ma­tik, ins­be­son­de­re im Rausch­gift­be­reich. Staats­an­walt­schaf­ten und or­dent­li­che Ge­rich­te ha­ben mit Fäl­len zu tun, in de­nen es um Ent­füh­rung oder gar Tö­tung von jun­gen tür­ki­schen Frau­en geht; auch le­gen sie für die Ein­schät­zung der in­di­vi­du­el­len Tä­ter­schuld Wert auf die Kennt­nis des tür­ki­schen Rechts und der tür­ki­schen Recht­spra­xis. Fra­gen nach der Ta­tort­straf­bar­keit tre­ten auf, von der Fah­rer­flucht bis zur Dop­pel­ehe.

Bis­her fehlt ei­ne Ein­füh­rung, die vor al­lem deut­schen Prak­ti­kern, aber auch sons­ti­gen Tür­kei­in­ter­es­sier­ten einen Über­blick und einen ers­ten Ein­stieg ins tür­ki­sche Straf­recht gibt. Dass da­für ein Markt vor­han­den ist, lässt auch der ra­sche Ver­kauf der zwei­spra­chi­gen Aus­ga­be des Tür­ki­schen Straf­ge­setz­buchs ver­mu­ten.

Das Buch soll ei­ne kur­ze Dar­stel­lung des im tür­ki­schen Straf­ge­setz­buch ent­hal­te­nen Kern­straf­rechts bie­ten, mit Schwer­punkt­set­zun­gen auf den­je­ni­gen Fra­gen, die nach der lang­jäh­ri­gen Er­fah­rung der Au­to­rin be­son­ders häu­fig an­ge­spro­chen wer­den. Da­bei wird vor al­lem die Recht­spre­chung dar­ge­stellt, die Leh­re erst in zwei­ter Li­nie. Das er­gibt sich auch aus dem An­lie­gen, der Pra­xis einen Leit­fa­den zu ge­ben. Wenn es z.B. um ei­ne Ab­schie­bung in die Tür­kei geht, will man wis­sen, was dort tat­säch­lich ge­sche­hen wür­de und nicht, was für ei­ne Lehr­mei­nung der Au­tor X vor 30 Jah­ren ge­äu­ßert hat. Ein wei­te­res An­lie­gen war auch ei­ne mög­lichst an­schau­li­che Schil­de­rung, mit zahl­rei­chen Fäl­len aus der höchstrich­ter­li­chen Recht­spre­chung. Hin­ter­ge­dan­ke da­bei war ein­mal, das Buch auch für tür­kei­in­ter­es­sier­te Nicht­ju­ris­ten noch les­bar zu ma­chen, zum an­de­ren auch un­ter­schied­li­che tat­säch­li­che Le­bens­ver­hält­nis­se sicht­bar wer­den zu las­sen.

Das Buch hat drei An­hän­ge: I. Ei­ne kur­ze Dar­stel­lung be­son­ders wich­ti­ger straf­recht­li­cher Ne­ben­ge­set­ze, II. einen Ab­riss des Straf­pro­zess­rechts und III. Jus­tiz­sta­tis­ti­ken.