Aus­gangs­punkt der Ar­beit war das "Ge­setz zum Schutz von Em­bryo­nen (ESchG)", wel­ches als rei­nes Straf­ge­setz - be­dingt durch sei­nen frag­men­ta­ri­schen Cha­rak­ter - ei­ner­seits ver­schie­de­ne Pro­blem­krei­se of­fen läßt, an­de­rer­seits je­doch zu straf­recht­li­cher Hy­per­tro­phie neigt, was im Hin­blick auf das ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip des Straf­rechts als pro­ble­ma­tisch er­scheint. Des Wei­te­ren er­ga­ben sich Be­den­ken hin­sicht­lich der Prak­ti­ka­bi­li­tät des ESchG und sei­ner Durch­setz­bar­keit durch die Straf­ver­fol­gungs­or­ga­ne.

Ziel der Ar­beit war es da­her, im We­ge der Rechts­ver­glei­chung ein Re­ge­lungs­mo­dell zu ent­wi­ckeln, wel­ches den ge­nann­ten Be­den­ken Rech­nung trägt, es al­so ins­be­son­de­re er­mög­licht, die be­ste­hen­den Re­ge­lungs­lücken zu schlie­ßen und die straf­recht­li­chen Nor­mie­run­gen auf das Maß des tat­säch­lich Er­for­der­li­chen zu­rück­zu­füh­ren. Zu die­sem Zweck wur­den zu­nächst ei­ni­ge aus­ge­wähl­te Re­ge­lungs­mo­del­le des eu­ro­päi­schen Aus­lan­des un­ter­sucht. Nach­fol­gend wur­den in­ter­na­tio­na­le Re­ge­lungs­be­stre­bun­gen auf der Ebe­ne des Eu­ro­pa­ra­tes und der Eu­ro­päi­schen Uni­on dar­ge­stellt. In ei­nem rechts­ver­glei­chen­den Quer­schnitt wur­den so­dann die Ge­mein­sam­kei­ten und Un­ter­schie­de der ein­zel­nen Re­ge­lungs­an­sät­ze her­aus­ge­ar­bei­tet. Die so ge­won­ne­nen Er­geb­nis­se mün­de­ten schließ­lich in den Vor­schlag ei­nes le­gis­la­to­ri­schen Ge­samt­kon­zepts.

Zu­nächst wur­den der das EschG dar­stel­len­de und kri­ti­sie­ren­de Teil so­wie die Lan­des­be­rich­te für Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en und Ös­ter­reich fer­tig­ge­stellt. Da­bei wur­de ein brei­te­rer An­satz ge­wählt als ur­sprüng­lich ge­plant, da die un­ter­such­ten Re­ge­lun­gen nicht nur den Schutz von Em­bryo­nen, son­dern auch wei­te­re Pro­blem­stel­lun­gen auf dem Ge­biet der Re­pro­duk­ti­ons­me­di­zin be­tref­fen. Dies spie­gelt sich auch in der Än­de­rung des Ar­beits­ti­tels von "Re­ge­lungs­mo­del­le zum Schutz von ex­tra­kor­po­ral ge­zeug­ten mensch­li­chen Em­bryo­nen" in "Ge­setz­ge­bung zur Fort­pflan­zungs­me­di­zin" wi­der.