Ins­be­son­de­re schwe­re Ge­walt­ta­ten jun­ger Men­schen las­sen im­mer wie­der den Ruf nach ei­ner Ver­schär­fung des Ju­gend­straf­rechts laut wer­den, da ei­ne der Tatschwe­re an­ge­mes­se­ne Re­ak­ti­on mit den Sank­tio­nen des JGG nicht im­mer mög­lich sei. Die Be­stre­bun­gen knüp­fen da­bei an die Tat­schuld an, ob­wohl das Ju­gend­straf­recht nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung vom Er­zie­hungs­ge­dan­ken do­mi­niert sein soll.   

Die Stu­die geht der Fra­ge nach, ob und in wel­cher Form der Tat­schuld im Rah­men des die Straf­zu­mes­sung lei­ten­den Er­zie­hungs­prin­zips Be­deu­tung zu­kommt.

Den Schwer­punkt bil­det da­bei ei­ne em­pi­ri­sche Ana­ly­se der die Straf­zu­mes­sung be­stim­men­den Fak­to­ren bei Ver­ur­tei­lun­gen von Tä­tern zwi­schen 14 und 24 Jah­ren zu min­des­tens 24 Mo­na­ten Frei­heits- bzw. Ju­gend­stra­fe we­gen schwe­rer Ge­walt­de­lik­te.

Ziel der Un­ter­su­chung von über 300 Straf­ver­fah­rens­ak­ten ist die Her­aus­ar­bei­tung der Ge­mein­sam­kei­ten und Un­ter­schie­de bei der An­wen­dung von Ju­gend- bzw. Er­wach­se­nen­straf­recht. Der Au­tor geht der Fra­ge nach, warum und in wel­chem Aus­maß die Straf­hö­he bei der An­wen­dung der ver­schie­de­nen Straf­rechts­re­gime dif­fe­riert und wel­che Rol­le dem Er­zie­hungs­ge­dan­ken in der Pra­xis der Rechts­an­wen­dung zu­kommt.