Unter Beteiligung des Great Britain China Centre (London), der Beijing Normal University, der Wuhan University, der University of Oxford (Centre for Criminology), des Irish Centre for Human Rights (Galway), des Death Penalty Projects (London) und des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht (Freiburg) wurde ein von der Europäischen Kommission finanziertes und auf drei Jahre angelegtes Projekt zu den kriminalpolitischen Aspekten der Todesstrafe in der VR durchgeführt.

Ziel des Pro­jek­tes war es, Zu­sam­men­hän­ge zwi­schen öf­fent­li­cher Mei­nung, Rechts­po­li­tik, Ge­setz­ge­bung und Jus­tiz­pra­xis zu un­ter­su­chen und Ein­stel­lungs­än­de­run­gen bei Ak­teu­ren der Po­li­tik und der Jus­tiz­pra­xis so­wie in der Öf­fent­lich­keit zu in­iti­ie­ren. Ziel war es auch, die chi­ne­si­sche Straf­rechts­re­form zu un­ter­stüt­zen, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf ei­ne Ver­min­de­rung der An­zahl der Tat­be­stän­de, für die die To­dess­tra­fe ver­hängt wer­den kann, vor dem Hin­ter­grund der Ra­ti­fi­zie­rung des In­ter­na­tio­na­len Pak­tes über Bür­ger­li­che und Po­li­ti­sche Rech­te.

Die Haupt­kom­po­nen­ten des Pro­jek­tes be­stan­den aus

  • Be­völ­ke­rungs- und Be­rufs­grup­pen­be­fra­gun­gen zur To­dess­tra­fe,
  • öf­fent­li­chen Vor­trä­gen und De­bat­ten zur To­dess­tra­fe an sechs chi­ne­si­schen Uni­ver­si­tä­ten,
  • Work­shops, in die vor al­lem Ge­setz­ge­ber und Jus­tiz ein­be­zo­gen wer­den sol­len,
  • der Ein­rich­tung ei­ner in Chi­na an­ge­sie­del­ten Web­si­te, auf der wis­sen­schaft­li­che For­schung zur To­dess­tra­fe vor­ge­stellt und zu­gäng­lich ge­macht wer­den soll,
  • em­pi­ri­schen Un­ter­su­chun­gen zu To­dess­tra­fen­fäl­len, in de­nen Ver­fah­ren mit Fehl­ur­tei­len mit sol­chen "si­che­rer" Ver­ur­tei­lun­gen zur To­dess­tra­fe kon­tras­tiert wer­den,
  • ei­nem mit hoch­ran­gi­gen Ver­tre­tern aus Po­li­tik und Jus­tiz be­setz­ten Se­mi­nar zu "In­ter­na­tio­na­ler Pakt über Bür­ger­li­che und Po­li­ti­sche Rech­te und die To­dess­tra­fe",    
  • der Er­stel­lung ei­nes Re­form­vor­schlags zur To­dess­tra­fe, der dem Na­tio­na­len Volks­kon­gress vor­ge­legt wer­den wird,
  • der Ein­rich­tung ei­nes per­ma­nen­ten For­schungs­in­sti­tuts zur To­dess­tra­fe an der Bei­jing Nor­mal Uni­ver­si­ty.

Die Mei­nungs­um­fra­gen in der Be­völ­ke­rung so­wie In­ter­views mit Straf­rich­tern, Staats­an­wäl­ten so­wie Straf­ver­tei­di­gern wur­den vom Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht in Zu­sam­men­ar­beit mit der Ju­ris­ti­schen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Wuhan ge­plant und durch­ge­führt. Im Zen­trum der Be­fra­gun­gen stand der Stel­len­wert der To­dess­tra­fe im öf­fent­li­chen Mei­nungs­bild in der Vol­kre­pu­blik Chi­na und den mög­li­chen Rück­wir­kun­gen auf die dor­ti­ge Kri­mi­nal­po­li­tik und die Per­spek­ti­ven für ih­re Ab­schaf­fung. Par­al­lel zur Be­völ­ke­rungs­be­fra­gung in der VR Chi­na wur­den auch chi­ne­si­sche und ame­ri­ka­ni­sche Stu­die­ren­de an deut­schen Hoch­schu­len be­fragt.

Fi­nan­zie­rung:
Das Pro­jekt wur­de von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on ge­för­dert.