Bei dieser Langzeituntersuchung zur Resozialisierung im Strafvollzug ging es zum einen um den Effekt bzw. seine Größe, der mit sozialtherapeutischen Maßnahmen nach dem wichtigsten Kriterium, der offiziell registrierten Legalbewährung, erreicht wird. Zum zweiten und hauptsächlich ging es um die Einschätzung des im und durch den Strafvollzugs an Resozialisierung überhaupt Möglichen. Das erste Ziel forderte von der Anlage der Untersuchung eine möglichst hohe interne Validität, die im Regelfall nur durch eine (in der Bundesrepublik nur schwer zu realisierende) Zufallszuweisung der Probanden auf die Untersuchungsgruppen erreicht werden konnte. Beide Ziele, insbesondere aber das zweite, verlangten zudem nach einer hohen Begründungsqualität der Ergebnisse. Diese konnte sich erst im Nachvollziehen des Prozesses einer möglichen Resozialisierung einstellen. Das setzte einen Längsschnitt der Betrachtung sowie ein theoretisches Konzept für die Auswahl der untersuchten Merkmalsschwerpunkte voraus. Diese Merkmale wurden im Längsschnitt in Beziehung zueinander und in Bezug auf den Rückfall nach der Haftentlassung erfasst und analysiert.

Ge­mäß die­sen Zie­len wur­den Ex­pe­ri­men­tal- und Kon­troll­grup­pe der Stu­die per Zu­falls­zu­wei­sung kon­sti­tu­iert. Die Stu­die um­fass­te fünf zeit­lich auf­ein­an­der fol­gen­de Da­te­ner­he­bun­gen. Die ers­te fiel auf den Be­ginn der So­zi­al­the­ra­pie der Ex­pe­ri­men­tal­pro­ban­den, zwei wei­te­re er­folg­ten wäh­rend der Haft­pha­se bis kurz vor der Ent­las­sung, ei­ne vier­te folg­te zwei Jah­re nach der Ent­las­sung aus der Haft zur "so­zia­len In­te­gra­ti­on", und fünf Jah­re nach der Ent­las­sung aus der Haft gab es einen fünf­ten Mess­zeit­punkt zur Er­he­bung der of­fi­zi­ell re­gis­trier­ten Kri­mi­na­li­tät. Merk­mals­schwer­punk­te wa­ren die vor­in­sti­tu­tio­nel­le Bio­gra­phie, die Eig­nung für So­zi­al­the­ra­pie, die the­ra­peu­ti­schen und sons­ti­gen auf Re­so­zia­li­sie­rung zie­len­den Maß­nah­men der An­stalt, Aspek­te der Per­sön­lich­keit, die Haft- und Le­bens­be­din­gun­gen im Ge­fäng­nis, das An­stalts­kli­ma, Aspek­te der Pri­so­ni­sie­rung, die so­zia­le In­te­gra­ti­on nach der Ent­las­sung ein­schließ­lich der selbst­be­rich­te­ten De­lin­quenz so­wie die of­fi­zi­ell re­gis­trier­te Rück­fall­kri­mi­na­li­tät.

Fi­nan­zie­rung:
Ge­för­dert mit Mit­teln des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums Nord­rhein-West­fa­len.