Das interdisziplinäre Konsortialprojekt BaSiD (Barometer Sicherheit in Deutschland) ermittelte und analysierte komplexe Grundlagenfragen im Hinblick auf Wahrnehmungen, Lagebilder und Erwartungen zu Sicherheiten. Mittels einer Kombination qualitativer und quantitativer Methoden und auf der Basis zweier national repräsentativer sowie weiterer empirischer Erhebungen wurde ein umfassendes Zustandsbild zu subjektiven und objektiv(iert)en Sicherheiten erstellt und theoriebezogen kritisch reflektiert. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Detaillierte Informationen zum Projekt finden Sie online unter: basid.mpicc.de

Der in­ter­dis­zi­pli­näre For­schungs­ver­bund Ba­SiD hat­te ein um­fas­sen­des Mo­ni­to­ring zu ob­jek­tiv(iert)en und sub­jek­ti­ven Si­cher­hei­ten in Deutsch­land auf der Grund­la­ge von Wahr­neh­mun­gen, La­ge­bil­dern, Be­din­gun­gen und Er­war­tun­gen zum Ziel.
An dem Ver­bund wa­ren sie­ben Part­ner mit je­weils ei­ge­nen Teil­vor­ha­ben be­tei­ligt, zu­dem gab es Ko­ope­ra­tio­nen. Kon­sor­ti­al­füh­rer war das MPI, Kon­sor­ti­al­part­ner das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA), das Fraun­ho­fer-In­sti­tut für Sys­tem- und In­no­va­ti­ons­for­schung (ISI/Karls­ru­he), das In­sti­tut für So­zio­lo­gie (Uni Frei­burg), das In­ter­na­tio­na­le Zen­trum für Ethik in den Wis­sen­schaf­ten (Uni Tü­bin­gen), die Ka­ta­stro­phen­for­schungs­stel­le (FU Ber­lin) so­wie die Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Me­dien­wis­sen­schaft (Uni Düs­sel­dorf). Das Pro­jekt wur­de vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) ge­för­dert.
Aus­gangs­punkt war zu­nächst ei­ne theo­re­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Be­griff „Si­cher­heit“.
Un­ter Zu­grun­de­le­gung von ein­schlä­gi­gen Se­kun­där­da­ten wur­de so­dann die Be­schaf­fen­heit von Si­cher­heits­la­gen un­ter­sucht. Hier­für wur­den sys­te­ma­tisch ob­jek­ti­vier­te Da­ten über Scha­den­ser­eig­nis­se zu den Phä­no­me­nen Kri­mi­na­li­tät, Ter­ro­ris­mus, Na­tur­ka­ta­stro­phen und tech­ni­sche Groß­un­glücke auf­be­rei­tet.
In ei­nem wei­te­ren Teil­vor­ha­ben wur­den auf brei­ter Ba­sis sub­jek­ti­ve Wahr­neh­mun­gen und Ein­schät­zun­gen zu (Un-)Si­cher­hei­ten in zwei­fa­cher Form er­mit­telt und em­pi­risch un­ter­sucht: a) ei­ne qua­li­ta­tiv-ex­plo­ra­ti­ve Stu­die (N = 400) be­fass­te sich un­ter An­wen­dung weit­ge­hend of­fe­ner Me­tho­den mit (Un-)Si­cher­heits­be­find­lich­kei­ten und -ein­schät­zun­gen,
b) ei­ne quan­ti­ta­ti­ve na­tio­nal re­prä­sen­ta­ti­ve Be­völ­ke­rungs­be­fra­gung (N = 2.525) be­zog sich auf sub­jek­ti­ve Si­cher­heit und Le­bens­zu­frie­den­heit.
Ei­ne wei­te­re – die bis­lang um­fang­reichs­te – em­pi­ri­sche, bun­des­weit re­prä­sen­ta­ti­ve Be­völ­ke­rungs­um­fra­ge wur­de zu Vik­ti­mi­sie­rungs­er­fah­run­gen (Dun­kel­feld­for­schung) und Kri­mi­na­li­täts­furcht durch­ge­führt (N = 35.503).
Eben­falls mit qua­li­ta­ti­vem Zu­gang wur­den in ei­nem na­tür­li­chen Ex­pe­ri­ment Ge­fähr­lich­keit­sat­tri­bu­ie­run­gen bei der An­eig­nung von so­zia­len Räu­men un­ter­sucht.
Die re­zi­pro­ke Dy­na­mik von Tech­nik­ge­ne­se und (Un-)Si­cher­heits­er­war­tun­gen im Hin­blick auf in der Ent­wick­lung sich be­fin­den­den (Si­cher­heits-)Tech­no­lo­gi­en war The­ma theo­re­ti­scher Ana­ly­sen und par­ti­zi­pa­ti­ver Ver­fah­ren. Ziel war da­bei, Me­cha­nis­men der Wech­sel­wir­kung von Tech­ni­sie­rung von Si­cher­heit und Si­cher­heits­wahr­neh­mung zu un­ter­su­chen so­wie die Si­cher­heits­pro­duk­ti­on und ih­re Am­bi­va­len­zen zu re­flek­tie­ren.
Ein Me­dien­mo­ni­to­ring zu pu­bli­zis­ti­schen Wahr­neh­mun­gen und The­ma­ti­sie­run­gen von Ge­fähr­dun­gen und Si­cher­hei­ten in Deutsch­land wur­de auf der Ba­sis ei­ner quan­ti­ta­ti­ven Me­di­en­ana­ly­se er­stellt.
Ethi­sche Un­ter­su­chun­gen in Ge­stalt nor­ma­ti­ver Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung ei­ner (tech­ni­sier­ten) Si­cher­heits­pro­duk­ti­on be­glei­te­ten den Ver­bund.
Schließ­lich wur­de ein Si­cher­heits­ba­ro­me­ter zu ob­jek­ti­vier­ten und sub­jek­ti­ven Si­cher­hei­ten ent­wor­fen.
Das MPI kon­zi­pier­te und rea­li­sier­te die na­tio­nal re­prä­sen­ta­ti­ve Be­völ­ke­rungs­be­fra­gung zum sub­jek­ti­ven Si­cher­heits­ge­fühl und zur Le­bens­qua­li­tät und wirk­te auch an der bun­des­wei­ten Dun­kel­feld­be­fra­gung mit, ein­schließ­lich Da­ten­aus­wer­tung und -ana­ly­se. Das MPI war dar­über hin­aus für die Er­stel­lung des Si­cher­heits­ba­ro­me­ters ver­ant­wort­lich.
Nach den Er­he­bun­gen im Jahr 2012 wur­den die auf­wen­di­gen Ar­bei­ten an den um­fang­rei­chen Da­ten­sät­zen und Da­ten­ana­ly­sen in den Fol­ge­jah­ren fort­ge­führt. Die For­schungs­er­geb­nis­se wur­den auf ver­schie­de­nen Work­shops und Kon­fe­ren­zen prä­sen­tiert und pu­bli­ziert. Im Jahr 2014 wur­de u.a. ein Band mit ers­ten Er­geb­nis­sen zum "Deut­schen Vik­ti­mi­sie­rungs­sur­vey 2012" ver­öf­fent­licht. Im Fol­ge­jahr er­schi­en ein Sam­mel­band zur Ge­samt­stu­die. 2016 wur­den dann ver­tie­fen­de Ana­ly­sen zum Vik­ti­mi­sie­rungs­sur­vey pu­bli­ziert. Im Jahr 2017 wur­de ei­ne Re­pli­ka­ti­on des "Deut­schen Vik­ti­mi­sie­rungs­sur­vey" durch das Bun­des­kri­mi­nal­amt durch­ge­führt. An der Aus­wer­tung der Da­ten ist das In­sti­tut be­tei­ligt. Die In­sti­tu­tio­na­li­sie­rung ei­nes re­gel­mä­ßi­gen Vik­ti­mi­sie­rungs­sur­vey auf die­ser Ba­sis wird an­ge­strebt.

De­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen zum Pro­jekt fin­den Sie un­ter: ba­sid.mpicc.de