Die vorliegende kriminalsoziologische Forschungsstudie hat eine umfassende Untersuchung von "Hasskriminalität" in Deutschland zum Gegenstand. Im Mittelpunkt stehen die Handlungsbedingungen und institutionellen Vorgänge ebenso wie die besonderen Tatbestandscharakteristiken, die bei der Identifizierung und statistischen Erfassung von vorurteilsmotivierten Straftaten eine Rolle spielen. Die empirische Untersuchung beschäftigt sich primär mit dem Definitionsverhalten deutscher Strafverfolgungsbehörden und beleuchtet unter anderem die komplexen Herausforderungen, die bei der Ausforschung der Motivlage entstehen. Eine Verlaufsanalyse von der Auslösung der Ermittlungen bis zur gerichtlichen Abschlussentscheidung soll hierbei die polizeilichen Erfassungsstrategien analysieren, Aufschluss über die justizielle Bearbeitung von Hasskriminalität geben und in diesem Zusammenhang den Konstruktionscharakter von Kriminalitätsphänomenen hervorheben.