Die Untersuchungen zu Entwicklungen der Kriminalpolitik und des Strafrechts in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion knüpfen zum einen an die in den 1980er Jahren aufgenommene Zusammenarbeit des Instituts mit sowjetischen Universitäten in Gestalt der Deutsch-Sowjetischen Kolloquien zu Strafrecht und Kriminologie an. Damit dient das Projekt zugleich der Vertiefung der bereits bestehenden Kontakte wie, insbesondere in Bezug auf die mittelasiatischen Länder, dem Aufbau eines wissenschaftlichen Netzwerks. Die Pflege solcher Kontakte hat in der Tätigkeit des Freiburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht eine lange Tradition. Seit 1975 wurden zahlreiche wissenschaftliche Tagungen und Kongresse initiiert und in Deutschland ebenso wie in unterschiedlichen Regionen der ehemaligen Sowjetunion (heutige GUS-Staaten Russland, Ukraine, Georgien u. a.) durchgeführt. Zum anderen ist das Projekt interessiert an wissenschaftlicher Begleitung, Beschreibung und Erklärung der Übergänge zu einem rechtsstaatlichen Strafrecht.

Pro­jekt­be­schrei­bung:

Nach dem Zu­sam­men­bruch der So­wje­tu­ni­on wa­ren de­ren Nach­fol­ge­staa­ten viel­fäl­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen aus­ge­setzt. Dies be­trifft zu­nächst Ver­än­de­run­gen, mit de­nen sich Staa­ten welt­weit kon­fron­tiert se­hen, näm­lich Glo­ba­li­sie­rung und Mo­der­ni­sie­rung, samt den da­mit ver­bun­de­nen neu­en Ri­si­ken und Ge­le­gen­hei­ten. Hier­zu ge­hö­ren ver­schie­de­ne For­men der grenz­über­schrei­ten­den Trans­ak­ti­ons­kri­mi­na­li­tät, wie Dro­gen- und Men­schen­han­del, eben­so wie Kor­rup­ti­on, Hass­ge­walt oder Ter­ro­ris­mus. Dar­über hin­aus sind da­mit be­son­de­re Be­din­gun­gen der Über­gän­ge an­ge­spro­chen, die vor al­lem mit der Her­aus­lö­sung aus ei­nem au­to­ri­tär­en po­li­ti­schen Sys­tem so­wie aus der Kom­man­do(plan)wirt­schaft ver­bun­den sind und ins­be­son­de­re die Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät be­tref­fen. Un­ge­ach­tet der ge­mein­sa­men so­zia­len und kul­tu­rel­len Ver­gan­gen­heit ge­hen die aus der So­wje­tu­ni­on her­vor­ge­gan­ge­nen Län­der bei der Ge­stal­tung des Straf­rechts, der Straf­jus­tiz und des Straf­voll­zugs un­ter­schied­li­che We­ge und re­prä­sen­tie­ren in ih­rer Ent­wick­lung ei­ne ganz er­heb­li­che Band­brei­te, die von den der Eu­ro­päi­schen Uni­on bei­ge­tre­te­nen Län­dern des Bal­ti­kums über das die To­dess­tra­fe noch prak­ti­zie­ren­de Weiß­russ­land bis zu der teil­wei­se durch ge­walt­tä­ti­ge Kon­flik­te ge­zeich­ne­ten Re­gi­on des Kau­ka­sus reicht.

In der Um­set­zung der Ziel­set­zun­gen wur­den der wis­sen­schaft­li­che Aus­tausch und die Zu­sam­men­ar­beit mit aka­de­mi­schen In­sti­tu­tio­nen der Nach­fol­ge­staa­ten der So­wje­tu­ni­on in­ten­si­viert. Seit 2010 wur­den ver­schie­de­ne Se­mi­na­re, so in der Ukrai­ne und in Ge­or­gi­en, teil­wei­se in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit der IRZ (Stif­tung für recht­li­che in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit), durch­ge­führt. Da­bei wur­den em­pi­risch-kri­mi­no­lo­gi­sche und nor­ma­tiv-straf­recht­li­che so­wie kri­mi­nal­po­li­ti­sche Per­spek­ti­ven in­te­griert.

Fer­ner be­tei­li­gen sich Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des MPI ak­tiv an von rus­si­scher Sei­te or­ga­ni­sier­ten wis­sen­schaft­li­chen Ver­an­stal­tun­gen. Als Bei­spiel kön­nen die Be­tei­li­gun­gen von Prof. Hans-Jörg Al­brecht und Frau Dr. Eli­ko Ci­klau­ri-Lam­mich an den so ge­nann­ten "Ku­driavt­zev-Le­sun­gen" ge­nannt wer­den. Es han­delt sich da­bei um ei­ne Ver­an­stal­tungs­rei­he, die in Mos­kau vom In­sti­tut für Staat und Recht der Rus­si­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten auch zum Ge­den­ken an Prof. Ku­driavt­zev, der vor 30 Jah­ren die ers­ten Kon­tak­te zum MPI ge­knüpft hat, durch­ge­führt wer­den. Un­ter den rus­si­schen Kri­mi­no­lo­gen ge­nie­ßen die "Ku­driavt­zev-Le­sun­gen" ho­hes An­se­hen. Ei­ne star­ke Re­so­nanz un­ter den rus­si­schen Fach­leu­ten fand der am 12.05.2010 von Prof. Al­brecht bei der "Ku­driavt­zev-Le­sung" ge­hal­te­ne Vor­trag zum The­ma "Ter­ro­rism, Vic­ti­mi­za­ti­on and Com­pen­sa­ti­on of Vic­tims of Ter­ro­rism". Im Üb­ri­gen ist Prof. Al­brecht ein re­gel­mä­ßi­ger Gast bei den vom In­ter­na­tio­na­len Kri­mi­no­lo­gi­schen Klub von St. Pe­ters­burg or­ga­ni­sier­ten in­ter­na­tio­na­len Se­mi­na­ren, die Über­gangs­pro­ble­me wie Kor­rup­ti­on, Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät, Geld­wä­sche oder or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät zum Ge­gen­stand ha­ben.

Am 11. und 12. Ok­to­ber 2010 fand an der Uni­ver­si­ty of Ge­or­gia/Tbi­lis­si ei­ne vom Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht in Frei­burg (MPI) mit Un­ter­stüt­zung der Stif­tung für in­ter­na­tio­na­le recht­li­che Zu­sam­men­ar­beit e.V. (IRZ) or­ga­ni­sier­te Ta­gung zum The­ma "Straf­recht­li­che Re­for­men im Span­nungs­feld zwi­schen Si­cher­heit und per­sön­li­cher Frei­heit" statt. Die Ta­gung wur­de im Zu­sam­men­hang mit der Ein­füh­rung der neu­en ge­or­gi­schen Straf­pro­zess­ord­nung ver­an­stal­tet. An die­ser Ver­an­stal­tung be­tei­lig­ten sich im Üb­ri­gen vie­le Wis­sen­schaft­ler, die sich be­reits als Sti­pen­dia­ten oder Dok­to­ran­den am MPI auf­ge­hal­ten ha­ben.

Vom 28.-29. Ok­to­ber 2011 wur­de in Ge­or­gi­en in Zu­sam­men­ar­beit mit der Gri­gol Ro­ba­kid­ze-Uni­ver­si­tät ein Trans­kau­ka­si­sches Kri­mi­no­lo­gi­sches Sym­po­si­um „Kri­mi­no­lo­gi­sche Pro­ble­me der Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung in den Län­dern des Um­bruchs“ durch­ge­führt.

Den Re­for­men der Ju­gend­straf­rechts und den Pro­ble­men der Ju­gend­kri­mi­na­li­tät in Ge­or­gi­en war ei­ne in­ter­na­tio­na­le Ta­gung ge­wid­met, die vom 6.-7. Ok­to­ber 2011 in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en statt­fand und vom MPI in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit der Ge­or­gi­an Ame­ri­can Uni­ver­si­ty (GAU), der Stif­tung "Of­fe­ne Ge­sell­schaft Ge­or­gi­en" (OS­GF) und der IRZ durch­ge­führt wur­de. An ei­ner vom 5. bis zum 8. Sep­tem­ber 2011 in Odes­sa/Ukrai­ne ge­mein­sam mit der Staat­li­chen Uni­ver­si­tät Odes­sa aus­ge­rich­te­ten in­ter­na­tio­na­len Kon­fe­renz zum The­ma "Ak­tu­el­le Fra­gen des Straf- und Straf­pro­zess­rechts" nah­men Wis­sen­schaft­ler und Straf­recht­sprak­ti­ker aus Mol­dau, der Ukrai­ne, Russ­land und Deutsch­land teil. Die The­men be­tra­fen die Straf­recht­s­ent­wick­lung un­ter be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung der Rechts­la­ge in den Län­dern der Ehe­ma­li­gen So­wje­tu­ni­on und in Deutsch­land so­wie zen­tra­le Fra­ge­stel­lun­gen der Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät, des Ter­ro­ris­mus und der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät. Die Ver­an­stal­tung rief in den ukrai­ni­schen Me­di­en großes In­ter­es­se her­vor; sie wur­de in rus­si­scher und deut­scher Spra­che do­ku­men­tiert.

Am 17. Mai 2012 wur­de in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en an der Ro­ba­kid­ze-Uni­ver­si­tät ein trans­kau­ka­si­sches kri­mi­no­lo­gi­sches For­schungs­zen­trum ge­grün­det, in das suk­zes­siv wei­te­re Län­der des Kau­ka­sus ein­be­zo­gen wer­den. Für die Fort­füh­rung der wis­sen­schaft­li­chen Zu­sam­men­ar­beit fand in Tbi­lis­si ei­ne Ta­gung vom 18.-19. Mai 2012 statt, die sich in ei­ne Rei­he von Ver­an­stal­tun­gen ein­ord­ne­te, die den 20. Jah­res­tag der Auf­nah­me di­plo­ma­ti­scher Be­zie­hun­gen mit Ge­or­gi­en mar­kie­ren.

Wei­ter­ent­wick­lung des Pro­jekts:

[2015]

Die For­schungs­ab­tei­lung Kri­mi­no­lo­gie am Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht hat in den letz­ten Jah­ren die wis­sen­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit mit Län­dern der ehe­ma­li­gen So­wje­tu­ni­on (insb. Ukrai­ne und Süd­kau­ka­sus) wie­der auf­ge­grif­fen und in­ten­si­viert. Der­zeit ent­wi­ckeln sich zu­dem Kon­tak­te zu der Ka­bar­dino-Bal­ka­ri­schen Staats­uni­ver­si­tät in Nalt­schik (Nord­kau­ka­sus), so­wie der Ta­dschi­ki­schen Staats­uni­ver­si­tät in Duschan­be (Ta­dschi­kis­tan). Die Zu­sam­men­ar­beit fin­det ins­be­son­de­re in Form von re­gel­mä­ßi­gen Ta­gun­gen, Se­mi­na­ren und Som­me­ru­ni­ver­si­tä­ten statt. So wur­de im Jahr 2013 im Rah­men des DAAD-Pro­gramms "Kon­flikt­prä­ven­ti­on in der Re­gi­on Süd­kau­ka­sus, Zen­trala­si­en und Mol­dau" ei­ne Som­mer­schu­le zum The­ma "Recht­li­che Aspek­te der Ge­walt- und Kon­flikt­prä­ven­ti­on" in Tbi­lis­si (Ge­or­gi­en) durch­ge­führt. An die­ser Som­me­ru­ni­ver­si­tät nah­men acht Län­der der ehe­ma­li­gen So­wje­tu­ni­on teil. Ne­ben dem DAAD ha­ben das Aus­wär­ti­ge Amt Deutsch­lands, die IRZ so­wie die GIZ Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jek­te un­ter­stützt. In­ner­halb des Pro­jekts er­folgt ei­ne en­ge Zu­sam­men­ar­beit mit den Deut­schen Bot­schaf­ten in den an­ge­spro­che­nen Län­dern. Dies schließt Be­rich­te über For­schungs­an­sät­ze des Max-Planck-In­sti­tuts in den Newslet­tern der Deut­schen Bot­schaf­ten ein.

v.l.n.r.: Prof. Al­brecht (MPI) | Prof. Maghera­mov (Rek­tor der Staat­li­chen Uni­ver­si­tät Ba­ku)
[Unterzeichnung des Abkommens über die wissenschaftliche Zusammenarbeit]

Mit ver­schie­de­nen Uni­ver­si­tä­ten und For­schungs­ein­rich­tun­gen der Re­gi­on wur­den Ko­ope­ra­ti­ons­ab­kom­men ge­schlos­sen. Im Mai 2012 un­ter­zeich­ne­te Prof. Al­brecht das Ab­kom­men über Wis­sen­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit mit der Gri­gol Ro­ba­kid­ze-Uni­ver­si­tät, Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en. Im Sep­tem­ber 2013 ver­ein­bar­ten Prof. Al­brecht und Prof. Strelts­ov (Vi­ze-Rek­tor der Staat­li­chen Uni­ver­si­tät Odes­sa) ein Rah­men­ab­kom­men für die wis­sen­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen der Na­tio­nal Aca­de­my of Le­gal Sciences of Ukrai­ne, Southern Re­gio­nal Cen­ter, Ukrai­ne und dem Max-Planck-In­sti­tut. Eben­falls im Sep­tem­ber 2013 wur­de an­läss­lich ei­ner Fest­ver­an­stal­tung zu ei­nem Ju­bi­lä­um der Ju­ris­ti­schen Fa­kul­tät der Staat­li­chen Uni­ver­si­tät Eri­wan ein Part­ner­schafts­ver­trag vom De­kan der Ju­ris­ti­schen Fa­kul­tät und Prof. Al­brecht un­ter­schrie­ben. Ein ent­spre­chen­der Ver­trag wur­de im No­vem­ber 2014 in Ba­ku ab­ge­schlos­sen. Die­ser schließt die Un­ter­stüt­zung des Auf­baus und der Im­ple­men­tie­rung ei­nes neu­en Stu­dien­gangs an der Ju­ris­ti­schen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Ba­ku mit dem Schwer­punkt "Prä­ven­ti­on und Be­kämp­fung ge­fähr­li­cher For­men der Trans­na­tio­na­len Kri­mi­na­li­tät" ein.

v.l.n.r.: Dr. Ci­klau­ri-Lam­mich (MPI) | Dr. Thor­geis­dót­tir (Vi­ce Pre­si­dent Ve­ni­ce Com­mis­si­on, Pre­si­dent Eu­ro­pean Wo­men La­wyers' As­so­cia­ti­on, Pro­fes­sor Fa­cul­ty of Law, Bifröst Uni­ver­si­ty, Ice­land)
[4th Black Sea Regional Conference on the Emerging Challenges to the Right to Privacy ● 5./6.7.2014, premises of the Constitutional Court in Batumi]

Das im Mai 2012 in Tbi­lis­si ge­grün­de­te Trans­kau­ka­si­sche For­schungs­zen­trum für Kri­mi­na­li­täts­prä­ven­ti­on und ver­glei­chen­de Kri­mi­no­lo­gie geht auf ei­ne en­ge Ko­ope­ra­ti­on des Max-Planck-In­sti­tuts mit der Ro­ba­kid­ze-Uni­ver­si­tät zu­rück. Am Zen­trum wird ei­ne wis­sen­schaft­li­che Zeit­schrift her­aus­ge­ge­ben, in der ak­tu­el­le The­men der Kri­mi­no­lo­gie und des Straf­rechts auf­ge­grif­fen wer­den. Da­mit wur­de das ers­te straf­rechts­wis­sen­schaft­li­che und kri­mi­no­lo­gi­sche Jour­nal in der Re­gi­on ge­schaf­fen. Am Zen­trum ver­brach­te Frau Dr. Eli­ko Ci­klau­ri-Lam­mich im Jah­re 2012 ei­ne vom DAAD fi­nan­zier­te Kurz­zeit­do­zen­tur (3 Mo­na­te), mit der Lehr­ver­an­stal­tun­gen zu Straf­recht und Kri­mi­no­lo­gie für Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten der Ro­ba­kid­ze-Uni­ver­si­tät an­ge­bo­ten wur­den.

_________________________

Prof. Al­brecht war 2012-2013 in ei­ner durch die Eu­ro­päi­sche Uni­on ein­ge­setz­ten Kom­mis­si­on tä­tig, die mit der da­ma­li­gen Re­gie­rung der Ukrai­ne über die Frei­las­sung der ehe­ma­li­gen Pre­mier­mi­nis­te­rin Ju­lia Ti­mo­schen­ko ver­han­del­te. Die Kom­mis­si­on wur­de von dem ehe­ma­li­gen pol­ni­schen Prä­si­den­ten Alex­an­dr Kwaś­niew­ski und dem frü­he­ren EU-Par­lament­s­prä­si­den­ten Pat Cox ge­lei­tet.

Dr. Eli­ko Ci­klau­ri-Lam­mich mit der EU-Ver­mittler­grup­pe in Kiew

v.l.n.r.: Dr. Ci­klau­ri-Lam­mich (MPI) | Prof. Al­brecht (MPI) | T. Kal­da­ni (Di­rec­tor Ge­or­gi­an Da­ta Pro­tec­ti­on Of­fi­ce | N. Sa­ris­hwi­li (De­pu­ty)
[Besuch des Ge­or­gi­an Da­ta Pro­tec­ti­on Of­fi­ce]

Seit 2014 berät Prof. Al­brecht im Auf­trag der GIZ das ge­or­gi­sche Par­la­ment im Hin­blick auf die Re­form des Si­cher­heits- und Straf­pro­zess­rechts in den Fel­dern der ver­deck­ten Er­mitt­lungs­maß­nah­men, ins­be­son­de­re der Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung. In die­sem Zu­sam­men­hang wur­den in Zu­sam­men­ar­beit mit den ge­or­gi­schen Mi­nis­te­ri­en für Jus­tiz und In­ne­res so­wie ver­schie­de­nen Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen in Tbi­lis­si und Ba­tu­mi Ta­gun­gen und Run­de Ti­sche durch­ge­führt.

Fra­gen der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung wer­den auch in Ge­or­gi­en kon­tro­vers er­ör­tert. In die Dis­kus­sio­nen zur Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung ist die ge­or­gi­sche Da­ten­schutz­be­auf­trag­te ein­be­zo­gen. An­läss­lich ei­nes Be­suchs des ge­or­gi­schen Bü­ros für den Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten wur­den ver­glei­chen­de Fra­ge­stel­lun­gen zum Ver­hält­nis zwi­schen Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung und Da­ten­schutz the­ma­ti­siert.

Runder Tisch im Ju­ni 2015 auf Ein­la­dung des Obers­ten Staats­an­walts Ge­or­giens, Gior­gi Ba­das­h­vi­li (links vor­ne), mit Prof. Al­brecht und Dr. Ci­klau­ri-Lam­mich.

Prof. Al­brecht tausch­te sich mit den füh­ren­den Kräf­ten der Staats­an­walt­schaft Ge­or­giens über die Er­fah­run­gen bei der trans­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung welt­weit und be­son­ders in Deutsch­land aus.

Ta­gung an der Ro­ba­kid­ze-Uni­ver­si­tät in Tbi­lis­si am 17.12.2015 mit Uni­ver­si­täts­rek­tor Prof. Ma­mu­ka Thawk­he­lid­ze (rechts), Dr. Ci­klau­ri-Lam­mich (mit­tig) und Prof. Al­brecht (links).
Prof. Al­brecht sprach zu dem The­ma "Neue Ent­wick­lung bei der Be­kämp­fung des in­ter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus" und Dr. Ci­klau­ri-Lam­mich be­han­del­te das The­ma "Rück­keh­rer-Pro­ble­ma­tik".


Auf Ein­la­dung des Obers­ten Ge­richts Ge­or­giens nah­men Prof. Al­brecht und Dr. Ci­klau­ri-Lam­mich am 18.12.2015 an dem Fach­ge­spräch der IRZ-Ta­gung mit Schwer­punkt "Ana­ly­se der Ge­setz­ge­bung" teil. Sie hiel­ten Vor­trä­ge, und es wur­den The­men wie Hö­ren­sa­gen (mit­tel­ba­re Aus­sa­ge) und neue Sach­ver­hal­te im ge­or­gi­schen Straf­pro­zess­recht be­han­delt.

Am 20.12.2015 hielt Prof. Al­brecht vor dem Ko­mi­tee für Men­schen­rech­te des Ge­or­gi­schen Par­la­ments einen Vor­trag zu ver­glei­chen­den Aspek­ten der An­ti-Fol­ter-Ge­set­ze.

v.l.n.r.: Dr. Ci­klau­ri-Lam­mich (MPI) | Prof. Al­brecht (MPI) | Dr. As­b­rock, Vors. Rich­ter LG i.R. | Dr. Gam­kre­lid­ze, Lei­ter IRZ Ge­org. | Prof. La­li­as­h­vi­li | Dr. Boe­t­ti­cher, Rich­ter BGH i.R.

_________________________

Frau Dr. Eli­ko Ci­klau­ri-Lam­mich (links) er­hielt 2012 die Eh­ren­dok­tor­wür­de von der Ro­ba­kid­ze-Uni­ver­si­tät in Ge­or­gi­en; sie ist Mit­glied des Wis­sen­schaft­li­chen Ra­tes der Uni­ver­si­tät. Seit 2015 ist sie as­so­zi­ier­te Pro­fes­so­rin mit Lehr­auf­trag.

_________________________

Zeit­schrift:

Aca­de­mic Di­gest (Law) – Gri­gol Ro­ba­kid­ze-Uni­ver­si­tät, Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en


Ver­an­stal­tun­gen // In­ter­na­tio­na­le Kon­fe­ren­zen:

Straf­rechts­re­for­men in ei­ni­gen Län­dern der ehe­ma­li­gen So­wje­tu­ni­on und die Er­geb­nis­se nach 25 Jah­ren Un­ab­hän­gig­keit
Ta­gung
14.08.2017

Recht­li­che Her­aus­for­de­run­gen mo­der­ner Tech­no­lo­gi­en – die Ba­lan­ce zwi­schen Si­cher­heit und Frei­heit
In­ter­na­tio­na­le Ta­gung in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en
24.05. bis 26.05.2017

Ter­ro­rism, Le­gis­la­ti­on and Ju­di­ci­al Prac­ti­ces: New Ap­proa­ches in Coun­ter-Ter­ro­rism Po­li­cies – Con­fe­rence re­gar­ding the 35 years of part­ner­ship –
In­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en
02.11. bis 04.11.2016

Ra­di­ca­li­za­ti­on, Re­cruit­ment and "For­eign Figh­ters" – Re­spon­ding to New Ter­ro­rist Phe­no­me­non
Ge­mein­sa­mes Se­mi­nar mit der Bahçeşe­hir-Uni­ver­si­tät in Istan­bul/Tür­kei
01.04. bis 02.04.2016

Über­gän­ge in der Ukrai­ne – Kri­mi­nal­po­li­tik und Straf­recht­li­che Ten­den­zen
Work­shop in Zu­sam­men­ar­beit mit der WOG (West-Ost Ge­sell­schaft Süd­ba­den)
05.08.2015

In­ter­na­tio­na­le Ta­gung und Fest­ver­an­stal­tung zum 80. Jah­res­tag des Be­ste­hens der Ju­ris­ti­schen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Eri­wan/Ar­me­ni­en
– Un­ter­zeich­nung ei­nes Rah­men­ab­kom­mens für die wis­sen­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit (24.09.) –
22.09. bis 26.09.2013

Recht­li­che Aspek­te der Ge­walt- und Kon­flikt­prä­ven­ti­on
Som­mer­schu­le und in­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en
20.05. bis 25.05.2013

Vor­trags­rei­se und For­schungs­ge­sprä­che in Aser­bai­dschan
Wis­sen­schaft­li­cher Auf­ent­halt an der Staat­li­chen Uni­ver­si­tät Ba­ku
03.10. bis 05.10.2012

Re­for­men im Straf­recht und im Straf­pro­zess­recht der drei Län­der des Süd­kau­ka­sus: Ar­me­ni­en, Aser­bai­dschan und Ge­or­gi­en
Re­gio­na­le Kon­fe­renz in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en
17.05. bis 18.05.2012

Ju­ve­ni­le Ju­sti­ce Re­form in Ge­or­gia: Me­dia­ti­on and Re­sto­ra­ti­on
In­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en
07.10.2011

Ak­tu­el­le Fra­gen des Straf- und Straf­pro­zess­rechts
In­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz in Odes­sa/Ukrai­ne
05.09. bis 08.09.2011

Kri­mi­no­lo­gi­sche Pro­ble­me der Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung in den Län­dern des Um­bruchs
In­ter­na­tio­na­le Ta­gung in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en
28.10. bis 29.10.2010

Straf­recht­li­che Re­for­men im Span­nungs­feld zwi­schen Si­cher­heit und per­sön­li­cher Frei­heit
In­ter­na­tio­na­le Ta­gung in Tbi­lis­si/Ge­or­gi­en
11.10. bis 12.10.2010

"Ku­driavt­zev-Le­sun­gen" in Mos­kau mit Vor­trag von Prof. Al­brecht
– Das MPI pflegt gu­te wis­sen­schaft­li­che Kon­tak­te zu For­schungs­zen­tren der Rus­si­schen Fö­de­ra­ti­on –
12.05. bis 13.05.2010


Ver­an­stal­tun­gen // Vor­trä­ge am Max-Planck-In­sti­tut in Frei­burg:

Sen­ten­cing Po­li­cy and Prac­ti­ces in Ger­ma­ny and Mon­go­lia
Se­mi­nar
09/12 to 09/16/2016

Ger­man-Mon­go­li­an Se­mi­nar on Cur­rent Trends in Cri­mi­nal Pu­nis­h­ment
10/19 to 10/22/2015

The In­flu­ences of Eu­ro­pean Cri­mi­nal Law on Ge­or­gi­an Cri­mi­nal Law
Vor­trag von Prof. Dr. Bacha­na Jis­h­ka­ria­ni, LL.M. (Ge­or­gi­en) im Rah­men der in­sti­tuts­in­ter­nen Mitt­wochs­vor­trä­ge
17.06.2015

Re­sults of Cri­mi­na­li­za­ti­on and Vic­ti­mi­za­ti­on Sur­vey in Ge­or­gia 2009–2013
Vor­trag von Prof. Dr. Ge­or­gi Glon­ti (Ge­or­gi­en)
11.09.2013

Ger­man-Mon­go­li­an Se­mi­nar on Cur­rent Is­su­es in Cri­mi­nal Law and Cri­mi­no­lo­gy
10.06. bis 14.06.2013

Cri­me and Con­fi­dence in Po­li­ce in Ar­me­nia
Vor­trag von Dr. An­na Mar­ga­ry­an (Eri­wan/Ar­me­ni­en) im Rah­men der in­sti­tuts­in­ter­nen Mitt­wochs­vor­trä­ge
15.08.2012

Cri­me and Se­cu­ri­ty Sur­vey – Ge­or­gia 2010-2012
Vor­trag von Prof. Dr. Ge­or­gi Glon­ti (Ge­or­gi­en) im Rah­men der in­sti­tuts­in­ter­nen Mitt­wochs­vor­trä­ge
18.07.2012

Be­such ei­ner Grup­pe aus Ar­me­ni­en
02.05.2012

Plea Bar­gai­ning in Ge­or­gia
Vor­trag von Prof. Ni­no Gve­ne­tad­ze (Ge­or­gi­en) im Rah­men der in­sti­tuts­in­ter­nen Mitt­wochs­vor­trä­ge
11.08.2010

Cri­me Pre­ven­ti­on and Com­mu­ni­ty The­ra­py
Vor­trag von Prof. Dr. Ge­or­gi Glon­ti (Ge­or­gi­en) im Rah­men der in­sti­tuts­in­ter­nen Mitt­wochs­vor­trä­ge
07.07.2010