Schwerpunkt der Studie ist die rechtliche Analyse des Stands des aktuellen Umweltstrafrechts. Die Forschungen beziehen sich vor allem auf die normativen Strukturen des chinesischen Umweltstrafrechts und hinterfragen diese kritisch aus deutscher Perspektive.

Durch die von Deng Xiao­ping En­de der 1970er Jah­re ein­ge­lei­te­te Öff­nungs- und Re­form­po­li­tik konn­te die chi­ne­si­sche Volks­wirt­schaft bis in die Mit­te der 1990er Jah­re jähr­li­che Wachs­tums­ra­ten in zwei­stel­li­ger Hö­he er­zie­len, was die Grund­la­ge für einen fun­da­men­ta­len Wan­de­lungs­pro­zess in Wirt­schaft und Ge­sell­schaft bil­de­te. Gleich­zei­tig hat sich die­ses wirt­schaft­li­che Wachs­tum in ver­gleich­ba­rer Wei­se auch auf die Um­welt, na­ment­lich durch Schad­stof­fe­mis­sio­nen aus­ge­wirkt mit teil­wei­se ka­ta­stro­pha­len Fol­gen für die ele­men­ta­ren Le­bens­grund­la­gen. Die­se öko­lo­gisch be­denk­li­chen Be­gleiter­schei­nun­gen des wirt­schaft­li­chen Auf­schwungs be­las­ten je­doch über Chi­na hin­aus be­reits ei­ni­ge Nach­bar­län­der und sind schon auf­grund der ho­hen Be­völ­ke­rungs­zahl auch glo­bal von größ­ter Be­deu­tung.

Die Um­welt­po­li­tik der Volks­re­pu­blik Chi­na hat in den letz­ten bei­den Jahr­zehn­ten ein dich­tes Netz an recht­li­chen Vor­schrif­ten zur Be­kämp­fung von Um­welt­zer­stö­run­gen er­rich­tet. Da­zu zählt auch das Um­welt­straf­recht, des­sen Aus­gangs­la­ge sich mit der No­vel­lie­rung des Straf­ge­set­zes vom 14.3.1997 we­sent­lich ver­än­dert hat. Mit dem re­for­mier­ten Straf­ge­setz ist ein ei­ge­ner Ti­tel zum Um­welt­straf­recht ge­schaf­fen wor­den, wel­cher nicht nur für ei­ne Aus­wei­tung der Straf­bar­keit, son­dern auch für de­ren Prä­zi­sie­rung sorg­te. Auch im Be­reich der Amts­de­lik­te sind kon­kre­te Tat­be­stän­de in Be­zug auf die Be­diens­te­ten der Forst-, Bo­den- und Um­weltauf­sichts­ver­wal­tung hin­zu­ge­kom­men.

Schwer­punkt der Stu­die ist die recht­li­che Ana­ly­se des Stands des ak­tu­el­len Um­welt­straf­rechts. Die For­schun­gen be­zie­hen sich vor al­lem auf die nor­ma­ti­ven Struk­tu­ren des chi­ne­si­schen Um­welt­straf­rechts und hin­ter­fra­gen die­se kri­tisch aus deut­scher Per­spek­ti­ve. Ins­be­son­de­re wird be­son­de­re Auf­merk­sam­keit auf die spe­zi­fi­schen Merk­ma­le die­ses Re­ge­lungs­be­reichs in­ner­halb des chi­ne­si­schen Straf­rechts ge­legt. Um die Re­ge­lun­gen der Um­welt­tat­be­stän­de hin­rei­chend ver­ständ­lich zu ma­chen, wird aber auch das all­ge­mei­ne chi­ne­si­sche Straf­recht tiefer­ge­hen­der er­ör­tert. Ers­te em­pi­ri­sche Da­ten zur An­wen­dung und Um­set­zung der nor­ma­ti­ven Ge­ge­ben­hei­ten run­den die Un­ter­su­chung ab.

Ar­beits­be­richt 2001:

Das be­reits En­de des Jah­res 2000 fer­tig ge­stell­te Pro­jekt wur­de nach Ab­schluss des Pro­mo­ti­ons­ver­fah­rens noch ein­mal ver­bes­sert und ak­tua­li­siert. Das Ma­nu­skript wur­de En­de Ok­to­ber 2001 ab­ge­schlos­sen, wo­bei die Än­de­run­gen des Straf­ge­set­zes vom 31.8.2001 noch be­rück­sich­tigt wer­den konn­ten. Die Ar­beit er­schi­en An­fang 2002 als Ver­öf­fent­li­chung in der straf­recht­li­chen Rei­he der edi­ti­on ius­crim.