Ist Vulnerabilität hilfreich zur Erklärung von Kriminalitätsfurcht? Diese Arbeit nimmt Bezug auf frühere Vulnerabilitätsansätze in der Kriminalitätsfurchtforschung, überarbeitet diese aber und integriert einen stärkeren zeitlichen Bezug, eine klarere Trennung zwischen Personen und deren Kontexten sowie Lebensereignisse wie Viktimisierung.

Die­se Ar­beit un­ter­sucht, ob das theo­re­ti­sche Kon­zept der Vul­ne­ra­bi­li­tät hilf­reich bei der Er­klä­rung von Kri­mi­na­li­täts­furcht ist und zeigt, dass die meis­ten Vul­ne­ra­bi­li­täts­fak­to­ren (wie z.B. Per­sön­lich­keits­ei­gen­schaf­ten, fi­nan­zi­el­le Be­las­tun­gen und Un­ter­stüt­zungs­netz­wer­ke) Kri­mi­na­li­täts­furcht be­ein­flus­sen. Die Ar­beit nimmt Be­zug auf frü­he­re Vul­ne­ra­bi­li­täts­an­sät­ze in der Kri­mi­na­li­täts­furcht­for­schung, über­ar­bei­tet die­se aber und in­te­griert einen stär­ke­ren zeit­li­chen Be­zug, ei­ne kla­re­re Tren­nung zwi­schen Per­so­nen und de­ren Kon­tex­ten so­wie Le­bens­er­eig­nis­se wie Vik­ti­mi­sie­rung. Durch die Ver­wen­dung der „Bet­ween-Wi­thin“-Mo­del­lie­rung zeigt die­se Ar­beit, dass die meis­ten Vul­ne­ra­bi­li­täts­fak­to­ren auch längs­schnitt­lich mit Kri­mi­na­li­täts­furcht zu­sam­men­hän­gen. Hieraus er­gibt sich im Ver­gleich zu bis­he­ri­gen Quer­schnitts­stu­di­en be­last­ba­re­re wis­sen­schaft­li­che Evi­denz. Dar­über hin­aus wer­den die kau­sa­len Pfa­de, durch die Vik­ti­mi­sie­rung Kri­mi­na­li­täts­furcht er­höht, un­ter­sucht. In Quer­schnitts­ana­ly­sen the­ma­ti­siert die Ar­beit au­ßer­dem den Ein­fluss von (frü­hen) Le­bens­er­eig­nis­sen auf Kri­mi­na­li­täts­furcht, die Fra­ge der Ver­mitt­lung von Vul­ne­ra­bi­li­täts­fak­to­ren über theo­re­ti­sche Me­cha­nis­men, den Ein­fluss von Nach­bar­schaft­s­cha­rak­te­ris­ti­ka so­wie de­ren „Spa­ti­al Lags“ so­wie In­ter­ak­ti­ons­ef­fek­te zwi­schen Vul­ne­ra­bi­li­täts­fak­to­ren und Stres­so­ren (Nach­bar­schaft­s­cha­rak­te­ris­ti­ka und Vik­ti­mi­sie­rung). 

Die­ses Pro­mo­ti­ons­pro­jekt ba­siert auf zwei Be­fra­gungs­wel­len des Pro­jekts „Si­cher­heit äl­te­rer Men­schen im Wohn­quar­tier (SEN­SI­KO)“ (Pro­jekt­lei­ter: Prof. Dr. Diet­rich Ober­witt­ler).“