Der Phänomenbereich der Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung ist trotz seines hohen Schadenspotentials ein bislang unzulänglich erforschter Bereich. Mit dem in den Jahren 2015 bis 2018 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt WISKOS wurde dieser bislang nur rudimentär untersuchte Phänomenbereich systematisch und mit verschiedenen methodischen Ansätzen analysiert.

Pro­jekt­be­schrei­bung:

Ziel des WiS­KoS-Pro­jekts war­die sys­te­ma­ti­sche Er­fas­sung der Be­dro­hung durch Wirt­schaftss­pio­na­ge und Kon­kur­renzaus­spä­hung, der staat­li­chen Kon­troll­struk­tu­ren und der in­ner­be­trieb­li­chen Er­ken­nungs- und Prä­ven­ti­onss­tra­te­gi­en in Deutsch­land und Eu­ro­pa.

Das Pro­jekt be­han­del­te einen De­likts­be­reich, der em­pi­risch bis­lang nur ru­di­men­tär er­forscht ist. Dies ist un­ter an­de­rem dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass sich ne­ben den klas­si­schen Mo­di Ope­ran­di im Zu­ge des tech­no­lo­gi­schen Wan­dels und der da­mit ein­her­ge­hen­den Ent­wick­lung der „In­dus­trie 4.0“ neue Me­tho­den des Vor­ge­hens, vor al­lem auf elek­tro­ni­schem We­ge, ent­wi­ckelt ha­ben, so dass sich das Er­schei­nungs­bild und die Ge­fah­ren­la­ge kon­ti­nu­ier­lich än­dern. Dar­über hin­aus sind die De­lik­te des Phä­no­men­be­reichs re­gu­la­to­risch schwer zu fas­sen. Sie sind zum einen an der Schnitt­stel­le zwi­schen Staats­schutz­kri­mi­na­li­tät und Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät an­ge­sie­delt, zum an­de­ren über­schnei­den sie sich mit De­lik­ten der Cy­ber­kri­mi­na­li­tät. Un­ab­hän­gig von die­sen Ent­wick­lun­gen kenn­zeich­nen Un­klar­hei­ten über ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen, be­hörd­li­che Zu­stän­dig­kei­ten und Er­mitt­lungs­ab­läu­fe sei­tens be­trof­fe­ner Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen das The­men­feld und er­schwe­ren die Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Be­hör­den und Un­ter­neh­men.

Vor die­sem Hin­ter­grund hat­te das Pro­jekt WiS­KoS die sys­te­ma­ti­sche Er­fas­sung der Be­dro­hung durch Wirt­schaftss­pio­na­ge und Kon­kur­renzaus­spä­hung, der staat­li­chen Kon­troll­struk­tu­ren so­wie der in­ner­be­trieb­li­chen Er­ken­nungs- und Prä­ven­ti­onss­tra­te­gi­en in Deutsch­land, den Mit­glieds­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) und der Schweiz zum Ziel. Ne­ben ei­ner Be­stands­auf­nah­me des (recht­li­chen) Sta­tus Quo wur­den der Phä­no­men­be­reich ana­ly­siert, mög­li­che Op­ti­mie­rungs­po­ten­zia­le iden­ti­fi­ziert und ent­spre­chen­de Emp­feh­lun­gen aus­ge­ar­bei­tet, die als Hand­lungs­lei­t­fä­den für die Ziel­grup­pen klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men (KMU), Wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen und die Po­li­zei er­schie­nen sind.

För­de­rung und Ver­bund­part­ner

Das im Zeit­raum von 2015 bis 2018 vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) ge­för­der­te Pro­jekt wur­de von ei­nem For­schungs­ver­bund durch­ge­führt, dem das MPICC und das Fraun­ho­fer In­sti­tut für Sys­tem- und In­no­va­ti­ons­for­schung (ISI) an­ge­hör­ten. Als as­so­zi­ier­te Part­ner stan­den dem Pro­jekt das Bun­des­kri­mi­nal­amt, das Lan­des­kri­mi­nal­amt Ba­den-Würt­tem­berg und die Hoch­schu­le der Säch­si­schen Po­li­zei mit ih­rer Ex­per­ti­se zur Sei­te.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen  zum Pro­jekt fin­den Sie auf wis­kos.mpicc.de/.