Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht

Im Fokus

Projekt zum Thema Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung:

Wirtschaftsspionage sowie Konkurrenz­ausspä­hung und die durch sie entste­hen­den – materiellen wie auch immateriellen – Schäden haben in den letzten Jahren zunehmend die Aufmerksamkeit von Wissenschaft und Politik auf sich gezogen. Dennoch bestehen sowohl auf nationa­ler als auch auf europäischer Ebene erhebliche Forschungs­lücken. Um den Kenntnisstand auf diesem Gebiet zu erweitern, hat die krimino­lo­gische Abteilung des Instituts das Projekt Wirtschafts­spionage und Konkurrenz­ausspähung in Deutschland und Europa – kurz WiSKoS – initiiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür im Rahmen seines Förderprogramms Forschung für die zivile Sicherheit knapp eine halbe Million Euro zur Verfügung. Realisiert wird das Vorhaben in einem interdisziplinären Forschungsverbund, an dem auch das Fraunhofer Institut für System- und Innovations­forschung, das Bundes­krimi­nal­amt, das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Sächsische Hochschule der Polizei beteiligt sind.

Das modular strukturierte Projekt fokussiert sich im Kern auf den juristi­schen und statistischen Vergleich der aktuellen Bedro­hungs­lage und des Risikos der Betroffenheit für kleine und mittel­ständi­sche Unternehmen (KMU) in den europäischen Ländern. Einen zweiten Forschungsgegenstand bilden die besonderen Schutz­bedürf­nisse von Wissenschaftsorganisationen.

Ziel der methodisch wie thematisch vielseitigen Untersuchung ist einerseits die Sensibilisierung von Unternehmen und Wissen­schafts­organi­sationen für Spionagephänomene, andererseits die Analyse und Optimierung der Kooperation betroffener Unternehmen und Organisationen mit den deutschen Behörden.

Die Ergebnisse der insgesamt drei Projektabschnitte (europaweites Länderscreening, Mehrebenen-Evaluation und eine erweiterte Dunkel­feld­befragung) werden der Öffentlichkeit in mehreren Buch­publi­kationen zugänglich gemacht. Die im Projektverlauf zuneh­men­de Konzentration auf Deutschland wird in die Ausarbei­tung von drei Handlungsleitfäden für Behörden, Wissenschafts­organi­sa­tionen und KMU münden. Im Fokus stehen hier Kooperations- und Präventionsmöglichkeiten.

Erste Projektergebnisse wurden bereits veröffentlicht:

  • Carl, S. (2017): An unacknowledged crisis – economic and industrial espionage in Europe, in: Spinellis et al. (eds.): Europe in Crisis: crime, criminal justice and the way forward, p. 755-761.
  • Kilchling, M. & Carl, S. (2016): Wirtschaftsspionage und Konkur­renz­ausspähung in Deutschland und Europa (WiSKoS), in: P. Zoche, S. Kaufmann & H. Arnold (Hrsg.): Grenzenlose Sicherheit? Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung, S. 183-196.

Weiterhin werden die Ergebnisse des ersten Projektmoduls in Kürze veröffentlicht:

  • Carl, S. & Kilchling, M. (Hrsg. 2016): Economic and Industrial Espionage in Germany and Europe, Vol. 1 Field Description.
  • Carl, S., Kilchling, M., Knickmeier, S. & Wallwaey, E. (2016): Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung in Deutschland und Europa, Forschung aktuell.

Aktuelle Publikation

Access to Tele­com­mu­ni­ca­tion Data in Crim­i­nal Jus­tice

A Compar­a­tive Analysis of European Legal Orders

Ulrich Sieber / Nicolas von zur Mühlen (eds.)

771 Seiten; Berlin, 2016.

Access to telecommunication data is an essential and powerful inves­ti­ga­tive tool in criminal justice. At the same time, the inter­cep­tion of such data can seriously affect individual privacy. This is true not only with respect to content data but with respect to traffic data as well. The legal instruments and provisions that allow the gathering of these data are primarily the traditional rules on the inter­cep­tion of tele­com­munica­tion based on the cooperation duties of tele­com­munica­tion providers. In addition, access to tele­com­munica­tion data can also be granted by rules on remote forensic software, by search and seizure of – tempo­rar­ily or permanently – stored data, and (esp. in cases of traffic and subscriber data) by pro­duc­tion orders de­mand­ing the delivery of stored data.
The rules governing these inter­cep­tion techniques vary consider­a­bly among the national legal orders. These differences are not only most interesting from the per­spec­tive of fundamental re­search in the area of com­par­a­tive criminal law but also for practical reasons, such as identifying best practices and evaluating the scope of international cooperation.
This publication provides a com­par­a­tive analysis dealing with the commonalities and differences of these rules on inter­cep­tion and other means of access to tele­com­munica­tion data. It also includes country reports on the following European legal orders on which this comparison is based: Belgium, Czech Republic, France, Germany, Spain, Sweden, and the United Kingdom.

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  • Geändert am: 11.05.2017
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