Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht

Besuchen Sie uns am Tag der offenen Tür am 14. September 2018

2018 ist für die Max-Planck-Gesellschaft gleich in dreifacher Hinsicht ein bedeutungsvolles Jahr – der Geburtstag von Max Planck jährt sich zum 160. Mal, vor genau 100 Jahren erhielt er den Nobelpreis für Physik und vor 70 Jahren wurde die Max-Planck-Gesellschaft – Deutschlands erfolgreichste Wissenschafts­orga­ni­sa­tion – gegründet. Für uns ist das ein Grund, unsere Türen zu öffnen. Am Max-Planck-Tag am 14. September laden wir Sie zu unserem großen Tag der offenen Tür in unser Institut in der Günterstalstraße 73 in Freiburg (von 16 bis 20 Uhr) ein.

Es erwartet Sie ein buntes Programm bestehend aus wissen­schaft­li­chen Kurzvorträgen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, Bibliotheksführungen, ein Strafrechts- und Kriminologie-Quiz, eine Fotoausstellung zu „Jugendhaftanstalten in Brasilien“, eine Podiumsdiskussion mit den Direktoren des Instituts, ein Kindermalwettbewerb und ein internationales kulinarisches Angebot. Darüber hinaus stellen unsere Auszubildenden das Institut als Ausbildungsstätte vor. Nähere Informationen finden Sie auf wonachsuchstdu.mpg.de/event/freiburg-strafrecht.

Parallel zum Tag der offenen Tür wird der Max-Planck-Tag an weiteren 32 Städten in Deutschland begangen. Eine Übersicht über das vielfältige Programm der Max-Planck-Institute vor Ort sowie bei den beiden großen zentralen Veranstaltungen in München und Berlin finden Sie auf maxplancktag.de.

Neuerscheinung bei den Kriminologischen Forschungsberichten
(Veröffentlichungen, 17.05.2018)
 

In der Reihe "Kriminologische Forschungsberichte" ist der Titel "Opfer­schutz innerhalb und außerhalb des Strafrechts – Perspektiven zur Übertragung opferschützender Normen aus dem Strafverfahrensrecht in andere Verfahrens­ordnun­gen" von Michael Kilchling als Band K 179 neu erschienen und kann über das Institut bestellt werden.

Im Fokus

Projekt zum Thema Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung:

Wirtschaftsspionage sowie Konkurrenz­ausspä­hung und die durch sie entste­hen­den – materiellen wie auch immateriellen – Schäden haben in den letzten Jahren zunehmend die Aufmerksamkeit von Wissenschaft und Politik auf sich gezogen. Dennoch bestehen sowohl auf nationa­ler als auch auf europäischer Ebene erhebliche Forschungs­lücken. Um den Kenntnisstand auf diesem Gebiet zu erweitern, hat die krimino­lo­gische Abteilung des Instituts das Projekt Wirtschafts­spionage und Konkurrenz­ausspähung in Deutschland und Europa – kurz WiSKoS – initiiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür im Rahmen seines Förderprogramms Forschung für die zivile Sicherheit knapp eine halbe Million Euro zur Verfügung. Realisiert wird das Vorhaben in einem interdisziplinären Forschungsverbund, an dem auch das Fraunhofer Institut für System- und Innovations­forschung, das Bundes­krimi­nal­amt, das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Sächsische Hochschule der Polizei beteiligt sind.

Das modular strukturierte Projekt fokussiert sich im Kern auf den juristi­schen und statistischen Vergleich der aktuellen Bedro­hungs­lage und des Risikos der Betroffenheit für kleine und mittel­ständi­sche Unternehmen (KMU) in den europäischen Ländern. Einen zweiten Forschungsgegenstand bilden die besonderen Schutz­bedürf­nisse von Wissenschaftsorganisationen.

Ziel der methodisch wie thematisch vielseitigen Untersuchung ist einerseits die Sensibilisierung von Unternehmen und Wissen­schafts­organi­sationen für Spionagephänomene, andererseits die Analyse und Optimierung der Kooperation betroffener Unternehmen und Organisationen mit den deutschen Behörden.

Die Ergebnisse der insgesamt drei Projektabschnitte (europaweites Länderscreening, Mehrebenen-Evaluation und eine erweiterte Dunkel­feld­befragung) werden der Öffentlichkeit in mehreren Buch­publi­kationen zugänglich gemacht. Die im Projektverlauf zuneh­men­de Konzentration auf Deutschland wird in die Ausarbei­tung von drei Handlungsleitfäden für Behörden, Wissenschafts­organi­sa­tionen und KMU münden. Im Fokus stehen hier Kooperations- und Präventionsmöglichkeiten.

Erste Projektergebnisse wurden bereits veröffentlicht:

  • Carl, S., Kilchling, M., Knickmeier, S. & Wallwaey, E. (2017): Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung in Deutschland und Europa, Reihe "forschung aktuell | research in brief", 137 S.
  • Carl, S. (2017): An unacknowledged crisis – economic and industrial espionage in Europe, in: Spinellis et al. (eds.): Europe in Crisis: crime, criminal justice and the way forward, p. 755-761.
  • Kilchling, M. & Carl, S. (2016): Wirtschaftsspionage und Konkur­renz­ausspähung in Deutschland und Europa (WiSKoS), in: P. Zoche, S. Kaufmann & H. Arnold (Hrsg.): Grenzenlose Sicherheit? Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung, S. 183-196.

Weitere Publikationen sind in Vorbereitung.

Aktuelle Publikation

Das begehungsgleiche Unterlassungsdelikt

Eine rechtsgeschichtliche, rechts­dogmatische und rechts­vergleichende Untersuchung und die Entwicklung eines Systems der Garantietypen

Hannes Schrägle

339 Seiten, Berlin, 2017.

Das „unechte“ Unterlas­sungs­delikt gilt als das „dunkelste und umstrittenste Kapitel“ in der Dogmatik des Allgemeinen Teils des Straf­rechts und ist in seiner gegenwärtigen Handhabung in Theorie und Praxis mit den Anforderungen des verfas­sungs­rechtlichen Bestimmt­heits­grund­satzes (nullum crimen sine lege certa) kaum vereinbar. Doch die Materie widersetzt sich hartnäckig einer rechtlichen Durch­dringung und Normierung.
Die vorliegende Studie unter­sucht rechts­geschichtlich, rechts­dogmatisch und rechts­vergleichend das Problem der deliktischen Gleichwertigkeit von Tun und Unterlassen. Herangezogen werden die deutsche, die englische und die französische Rechts­ord­nung. Das deutsche Strafgesetzbuch bietet eine wenig aussagekräftige Generalklausel, zu deren Konkretisierung zahlreiche Lehren entwickelt wurden, von denen aber keine zu allgemeiner Anerken­nung gelangte, weswegen die Bestimmung der Garanten­stellungen der Recht­sprechung überlassen bleibt. In England ist es nicht ungewöhnlich, dass die höheren Richter entscheiden, wann eine legal duty vorliegt. In Frankreich hingegen lehnt man die Figur der commission par omission ab, weil sie gegen das Gesetz­lich­keits­prinzip verstoße.
Der Autor analysiert anhand strafrechts­spezifischer Kriterien das rechtliche Rohmaterial der drei untersuchten Länder. Auf diese Weise gelangt er zu einer allgemeinen und strafrechts­system­über­grei­fen­den Struktur der begehungsgleichen Unterlassungen. Die Struktur überführt er in eine Lehre von den Garantietypen, die funktional-kriminalpolitisch gegründet ist. Sie bildet die Basis einer tat­bestandlichen Umschreibung des begehungs­gleichen Unterlassungs­delikts. Die Arbeit schließt mit einem Gesetzes­vorschlag.

Bestellmöglichkeit

Inhaltsverzeichnis

  • Geändert am: 16.07.2018
  • Top