Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Günther Kaiser †

Emeritierter Direktor (1928-2007)

Kontakt:

Tel.:

Fax:

E-Mail: 


Forschungsschwerpunkte:

  • Kriminologie
  • Jugendstrafrecht
  • Strafvollzug und Kriminalpolitik im historischen und internationalen Vergleich unter besonderer Berücksichtigung des Systems strafrechtlicher Sozialkontrolle, namentlich der Freiheitsstrafe (Strafvollzug) und ihrer Alternativen, sowie der Geschichte der Kriminalität.

Wissenschaftlicher Werdegang:

Günther Kaiser wurde am 27.12.1928 in Walkenried/Harz geboren. Nach dem Besuch des Braunschweig-Kollegs in Braunschweig in den Jahren 1949 bis 1951 und der dortigen Reifeprüfung widmete er sich am Leibniz-Kolleg der Universität Tübingen 1951-1952 dem Studium generale. An den Universitäten Tübingen und Göttingen studierte er von 1952-1956 Rechtswissenschaft und schloss diese Studien mit der Juristischen Staatsprüfung in Tübingen 1956 und in Stuttgart 1960 ab. Sodann war er drei Jahre lang als Zivil- und Strafrichter sowie als Staatsanwalt im Höheren Justizdienst des Landes Baden-Württemberg tätig. 1962 promovierte Günther Kaiser an der Universität Tübingen mit dem Dissertationsthema „Die randalierende Jugend“. Tätigkeiten als Wissenschaftlicher Assistent und Akademischer Rat an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen folgten in den Jahren 1963-1969. Im Jahr 1969 habilitierte Günther Kaiser sich mit der Habilitationsschrift „Verkehrsdelinquenz und Generalprävention“ an der Universität Tübingen für die Fachgebiete Kriminologie und Strafrecht. Im Jahre 1970 wurde er als Wissenschaftliches Mitglied und Leiter der kriminologischen Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg/Brsg. berufen. Ernennungen zum Honorarprofessor für Kriminologie und Strafrecht an der Universität Freiburg und Ernennung zum Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht Freiburg (1973) folgten. Von Dezember 1987 bis Dezember 1989 arbeitete Kaiser als Mitglied in der „Gewaltkommission“ der Bundesregierung mit. In den Jahren 1982-1996 wirkte er als Extraordinarius ad personam für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Zürich und seither als Honorarprofessor. Die Emeritierung erfolgte im Dezember 1996. In der Zeit von 1979-1998 gehörte er als deutsches Mitglied dem Ausschuss zur Verhinderung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe des Europarats an. Seine wissenschaftliche Tätigkeit, die sich auch auf intensive Beziehungen mit der Wissenschaft im Ausland bezog, wurde durch Ehrenpromotionen der Universitäten Miskolc/Ungarn und Wroclaw/Polen (1991), der baskischen Universität San Sebastian/Spanien (1992) sowie durch die Asia Universität Tokio und Panteios-Universität Athen (1996) gewürdigt. Im Jahr 1999 wurde Günther Kaiser das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und im Jahre 2003 die Beccaria-Medaille in Gold der Neuen Kriminologischen Gesellschaft verliehen.

Mitglied- und Herausgeberschaften:

Günther Kaiser war seit 1980 Mitglied des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. und Mitglied der Kriminologischen Gesellschaft (KrimG, vormals NKG). Er war Mitherausgeber der Reihe Kriminologische Forschungsberichte aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, der Zeitschrift für die Gesamte Strafrechtswissenschaft (ZStW) sowie Beiratsmitglied der Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform und des European Journal of Crime, Criminal Law and Criminal Justice.

Publikationen (Auswahl)

  • Kaiser, Günther: Kriminologie: Begriff und Aufgaben. In: Schneider, H.J. (Hrsg.): Internationales Handbuch der Kriminologie. Band 1: Grundlagen der Kriminologie. De Gruyter Recht, Berlin 2007, 25-52.

  • Kaiser, Günther: Strafrechtliche Sozialkontrolle unter den Bedingungen der Globalisierung. In: Müller-Dietz, H., et al. (Hrsg.): Festschrift für Heike Jung. Nomos, Baden-Baden 2007, 379-395.

  • Kaiser, Günther: 40 Jahre gemeinsame Kolloquien Südwestdeutscher und Schweizer kriminologischer Insti­tu­tionen – Randnotizen zur Funktion kriminologischer Workshops, deren Anfänge, Inhalte und Verän­de­run­gen. In: Höfer, S. / Spieß, G. (Hrsg.): Neuere Kriminologische Forschung im Südwesten. Eine Darstellung der Forschungsarbeit aus Anlass des 40. Kolloquiums der Südwestdeutschern und benachbarten Krimi­no­lo­gischen Institute. edition iuscrim, Freiburg i. Br. 2007, 2. aktualis. Aufl., 1-16.

  • Kaiser, Günther: "Strafrecht und Kriminologie unter einem Dach" aus der Perspektive des Kriminologen. In: Sieber, U. / Albrecht, H.-J. (Hrsg.): Strafrecht und Kriminologie unter einem Dach. Kolloquium zum 90. Ge­burts­tag von Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Heinrich Jescheck am 10. Januar 2005. Duncker & Humblot, Berlin 2006, 66-77.

  • Kaiser, Günther: Menschenrechte im europäischen Strafvollzug – Gewährleistung oder Gefährdung durch Staat, Gesellschaft und Staatengemeinschaft?. In: Derra, H.-J. (Hrsg.): Freiheit, Sicherheit und Recht – Festschrift für Jürgen Meyer. Nomos, Baden-Baden 2006, 133-157.

  • Kaiser, Günther / Schöch, Heinz: Juristischer Studienkurs "Kriminologie, Jugendstrafrecht, Strafvollzug". C.H. Beck, 6. Aufl., München 2006, 278 S.

  • Kaiser, Günther: Derechos humanos en la Ejecución de la Pena y medidas de correction. Mas Derecho? In: Revista de Ciencias Juridicas 4, 325-362 (2004).
  • Kaiser, Günther: Kriminologie – Ein Lehrbuch. C.F. Müller, Heidelberg 1996.

  • Kaiser, Günther: Randalierende Jugend. Eine soziologische und kriminologische Studie über die sogenannten "Halbstarken". Heidelberg 1959.

Weitere Informationen

  • Europäisches Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT)
    [mehr]
  • Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN)
    [mehr]
  • Kriminologische Gesellschaft (KrimG, vormals NKG)
    [mehr]
  • Geändert am: 30.08.2016
  • Top