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Publikation 'item_2500834 Die Strafbarkeit des Psychiaters bei Zwischenfällen mit untergebrachten Patienten' bearbeiten
Wolf, F. (2008). Die Strafbarkeit des Psychiaters bei Zwischenfällen mit untergebrachten Patienten (Vol. I 16) Schriftenreihe des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht : Interdisziplinäre Forschungen aus Strafrecht und Kriminologie. Berlin: Duncker & Humblot.
Lockerungsentscheidungen bei untergebrachten Patienten stellen den Arzt in der Psychiatrie vor komplexe medizinische und juristische Schwierigkeiten. Nahezu tagtäglich sind Entscheidungen zu treffen, die für die Sicherheit und körperliche Unversehrtheit der Betroffenen, aber auch Dritter von Bedeutung sein können. Damit einher geht das Risiko von Fehlentscheidungen, die im einen Falle in übermäßige Freiheitsbeschränkungen, im anderen aber in unangebrachte Freizügigkeit münden und dann zu beträchtlichen Folgen führen können. Die Arbeit versucht, Zwischenfälle in der Psychiatrie aus strafrechtlicher Sicht zu beleuchten und den Haftungsrisiken nachzugehen. Unter ausführlicher Darstellung der dogmatischen Strukturen des Fahrlässigkeitsdelikts werden für die Psychiatrie typische Fehlerquellen in ihren Auswirkungen auf eine mögliche Strafbarkeit des Arztes untersucht und dabei die Unterschiede zwischen den drei Unterbringungszweigen berücksichtigt. Mit viel Verständnis für die praktischen Probleme der medizinischen Akteure und steter Rücksicht auf das Schicksal der Betroffenen führt die Argumentation jeweils von der abstrakten Rechtsfrage zur konkret-praktischen Bedeutung und ist angesichts verunsicherter Ärzte und Handlungsspielräume in der Ausgestaltung der Unterbringung nicht nur von theoretischem Wert, sondern auch von erheblicher Relevanz für die Anwendung.