Albrecht, H.-J., & Kürzinger, J. (Eds.). (1994). Kriminologie in Europa - Europäische Kriminologie? Criminology in Europe - European Criminology? (Vol. K 71) Kriminologische Forschungsberichte aus dem Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Strafrecht. Freiburg im Breisgau: Ed. Iuscrim, Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Strafrecht.
Die Kriminologie wird, seit sie als eigenständiges Fach im 19. Jahrhundert in Europa entstanden ist, als eine die engen Begrenzungen durch nationale Überlegungen sprengende empirische Wissenschaft betrieben. Deshalb gab es im Laufe der letzten hundert Jahre in der Kriminologie eine Vielzahl themengleicher nationaler und auch vergleichender Studien. Bisher aber fehlt eine transnationale Ausrichtung des Faches selbst, vor allem im sich immer enger verbindenden Europa. Die hier vorgelegten Beiträge eines internationalen Kolloquiums aus Anlaß des 65. Geburtstages von Professor Dr. Dr. h. c. mult. Günther Kaiser in Freiburg im Breisgau 1994 versuchen, den Möglichkeiten einer spezifisch europäischen Kriminologie nachzugehen. Schon ein erster Blick auf die im einzelnen ganz unterschiedlich ausgerichteten Beiträge zeigt, daß sich für die künftige Kriminologie in den europäischen Ländern tatsächlich die Frage stellt, ob sie nicht, um international überleben zu können, ihre bisherigen nationalen Grenzen weiter öffnen und sich auch von ihrem Anspruch her als eine transnationale, europäische Wissenschaft verstehen muß.