Gollan, L. (1999). Private Sicherheitsdienste in der Risikogesellschaft (Vol. K 87) Kriminologische Forschungsberichte aus dem Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Strafrecht . Freiburg im Breisgau: Ed. iuscrim; Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Strafrecht.
Seit annähernd 100 Jahren existieren in Deutschland private Sicherheitsdienste, deren Anzahl und Tätigkeitsbereich kontinuierlich wachsen. Die bisherigen Ansätze zur Erklärung der Nachfrage nach den privaten Sicherheitsdiensten und ihres anhaltenden Wachstums berücksichtigen jedoch die gesellschaftlichen Hintergründe und Veränderungen nur unzureichend. Mit Hilfe Ulrich Becks Risikogesellschaftstheorie untersucht der Verfasser die tatsächlichen, politischen und rechtlichen Hintergründe des Bewachungsgewerbes sowie die Ordnungs- und Sicherheitsvorstellungen seiner Auftraggeber. Das primäre Gut, dessen Sicherheit durch die privaten Sicherheitsdienste gewährleistet werden soll, ist das private Sacheigentum. Es soll in seiner Substanz und in seinen Nutzungsmöglichkeiten geschützt werden. Die Arbeit zeigt, warum die privaten Sicherheitsdienste hierbei den effektivsten Schutz verheißen. Zunächst wird die zu diesem Sicherheitsbedürfnis führende Bedeutungszunahme des Sacheigentums historisch und politisch in der Arbeit nachvollzogen. Anschließend wird der Frage nachgegangen, ob sich das private Sacheigentum zu einem Risiko im Sinne der Beck'schen Theorie entwickelt hat und ob die Beauftragung der Wach- und Sicherheitsgesellschaften die Reaktion des liberalen Bürgertums hierauf darstellt.